AKTUELL IM KINO

Gauguin

Plakat-zum-Film-Gauguin-Der-Maler-Paul-Gauguin-inmitten-spielender-Kinder-im-Urwald.

Bild (c) 2017 StudioCanal Filmverleih.

Schon wieder ein Künstler bzw. eine Künstler-Bio! Gerade erst hat man den französischen Ausnahmeschauspieler Vincent Lindon in der Rolle des „August Rodin“ in einem Bildhauer-Biopic bewundern können. Zwei Monate später schickt StudioCanal Vincent Cassel, Sohn des großen Jean-Pierre Cassel und Ex-Mann von Leinwandschönheit Monica Bellucci in die Kinos, auch als Künstler, als Meister der Pinsel und Farbpaletten, aber in einer trotzdem gänzlich anderen Rolle.

Im Gegensatz zum impulsiven und exzentrischen Rodin ist Paul Gauguin ein zurückhaltender und eher schweigsamer Mensch. Ein Künstler, der zeitlebens unter seiner Armut und der fehlenden Anerkennung durch die Kunstwelt leiden musste. Édouard Deluc („Hochzeit in Mendoza“) beginnt seinen Spielfilm „Gauguin“ im Jahre 1891, als sich der Maler entschließt, seine kalte und undichte Pariser Dachgeschosswohnung hinter sich zu lassen und nach Tahiti zu reisen. Dort ertäumt er sich ein paradiesisches Leben unter Palmen am warmen Südseestrand.

Szene-aus-dem-Film-Gauguin-Der-Maler-Paul-Gauguin-mit-seiner-polynesischen-Frau-im-Urwald.Seine dänische Ehefrau und die fünf gemeinsamen Kinder möchte er eigentlich mitnehmen, Mette (Pernille Bergendorff) sieht für die Kinder auf den Inseln aber keine Zukunft und lässt ihren Mann alleine abreisen. Auf Tahiti freundet sich der Franzose schnell mit den Einheimischen an, leidet aber stark unter einseitiger Ernährung, weil er ständig knapp bei Kasse ist. Trotz geschwächter Konstitution macht er sich auf eine Reise ins Landesinnere.

Auf seiner Erkundungstour trifft er auf die hübsche Tehura (Tuheï Adams), im „wahren Leben“ erst 13 Jahre alt, und macht sie zu seiner Frau. Künftig inspiriert sie ihn immer wieder für neue farbenprächtige Gemälde. Dass sie sich aber auch mit dem gut aussehenden, jungen Nachbarn Jotépha (Pua-Taï Hikutini) anfreundet, weckt das Misstrauen und die Eifersucht des Malers im Exil.

Szene-aus-dem-Film-Gauguin-Paul-Gauguin-am-Schreibtisch.Édouard Deluc erzählt in gut anderthalb Stunden eine recht konventionelle Liebesgeschichte, die einen authentischen Hintergrund aufweist und einige der bekanntesten Gemälde Paul Gauguins hervorgebracht hat. Für einen abendfüllenden Film mangelt es der Geschichte aber an Überraschungen und den Figuren eindeutig an Tiefgang. So bleibt alles an der Oberfläche verhaftet und erzeugt schon recht bald eine gepflegte Langeweile.

Einer der größten Vorteile von „Gauguin“ liegt in der Tatsache, dass man an Original-Locations filmte und deswegen die Schönheit der Südsee und deren Bewohner im Bild festhalten konnte. Auch Vincent Cassel hilft durch seine kräftezehrende Darstellung, immer wieder Interesse an den Vorkommnissen zu wecken und das Gesamtergebnis schauspielerisch zu adeln.

 

 

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