KRITIK

Ganz nah bei Dir

Ganz nah bei Dir Regisseurin Almut Getto ist 2002 mit dem preisgekrönten Aids-Jugendfilm „Fickende Fische“ bekannt geworden. Doch trotz Deutschem Filmpreis und Max-Ophüls-Preis hat es lange gedauert, bis sie ihre neue Außenseiter-Geschichte ins Kino bekam.

Ganz anders als im Vorgänger wirken die Figuren hier jedoch ausgedacht und künstlich. Ein neurotischer Sonderling, der als Geldnotenprüfer im Keller einer Zentralbank arbeitet und mit einer symbolisch arg überstrapazierten Schildkröte zusammenlebt, trifft auf eine wunderschöne blinde Cellistin.

Als seine Wohnung geplündert wird (bis auf einen symbolisch ebenfalls arg überstrapazierten Bügel-Roboter, aber inklusive der Schildkröte), muss er sein Leben neu sehen und fühlen lernen, wobei ihm natürlich – wer sonst – die Blinde helfen muss. Das ist Fernsehspiel-Stoff hart an der Grenze zur kitschigen Einfalt, aber Getto und ihr Kameramann Michael Wiesweg schaffen Bilder, die für die Flimmerkiste dann doch zu ausgefeilt gewesen wären.

Bastian Trost („Schläfer“) und die stets sehenswerte Katharina Schüttler („Es kommt der Tag“), beide geschätzte Theaterschauspieler, spielen zudem mit Gesten und Nuancen wacker gegen das künstliche Arrangement des Drehbuchs an, so dass sich doch noch eine ganze Menge (be-)rührender Momente in die allzu vorhersehbare Erweckungsgeschichte schleichen.



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Der verschrobene Phillip lebt zurückgezogen in seiner eigenen kuriosen Welt. Tagsüber untersucht er im Keller der Zentralbank Geldscheine auf ihre Echtheit. Die Abende verbringt er an der Bar einer lokalen Kleinkunstbühne. Als die blinde Cellistin Lina gegen seinen Tisch und in sein Leben stolpert, gerät Phillips Welt jedoch ins Wanken.
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*