KRITIK

Gamer

Gamer Bereits der Trailer kommt einem wie ein Déjà-vu vor: Klänge von Marilyn Manson erklingen zu spektakulären Bildern und man entdeckt Christopher „Ludacris“ Bridges in einer Nebenrolle. All das hatte man doch schon einmal gesehen? Richtig, 2008 beim Trailer zu Max Payne. Hier wiederholen sich die Bilder, bei Gamer, dem neuen Werk der Crank-Schöpfer Mark Neveldine und Brian Taylor. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, dass Gamer, im Gegensatz zu Max Payne, seinem spektakulären Trailer gerecht wird. Und um es vorweg zu nehmen: Dieser Film wird den kurzen Ankündigungen, wie so oft, wieder einmal nicht gerecht.

Irgendwann in naher Zukunft: Das Game Slayers, in dem die Spieler mittels Nanotechnologie die Kontrolle über zum Tode verurteilte Sträflinge erhalten, fasziniert die gesamte Weltbevölkerung. Wenn einer der ferngesteuerten Sträflinge dreißig Runden in einer brutalen Arena überlebt, soll er freigelassen werden. Der Star des Spiel heißt Kable (Gerard Butler). Als Kable kurz vor dem Erreichen des dreißigsten Matches steht, verfolgt der größenwahnsinnige Schöpfer des Spiels Ken Castle (Michael C. Hall) jedoch ganz andere Pläne…

Die Handlung erinnert ein wenig an Filme wie Running Man oder Death Race. Doch die Ausgangslage ist hier weitaus vielversprechender. Allein die virtuelle Welt des ebenfalls von Slayers-Schöpfer Castle entworfenen Spiels Society, eine Art Second Life mit realen Personen, birgt ungemein viel Potential. Potential, dass hier allerdings konsequent verschenkt wird. In der ersten Hälfte des Films bedient sich das erfolgreiche Duo Neveldine/Taylor der Erfolgsbausteine ihres Films Crank: schnelle Schnitte, harte, atemlose Action, garniert mit aberwitzigen Regieeinfällen. Das ist zwar inhaltlich nicht der Rede wert, für Fans kann das aber sehr unterhaltsam sein. Mit dieser Coolness und Erfahrung hätte Gamer immerhin ein gelungener No-Brainer werden können. Da das Regie-Duo, das auch das Drehbuch verfasst hat, in der zweiten Hälfte hinsichtlich der interessanten Ausgangslage aber eine einfallslose Thriller-Geschichte erzählt, in der Castle mit einem Lächeln im Gesicht wie ein Marionettenspieler eine Truppe ferngesteuerter Soldaten auf Kable lenkt, und hier sichtlich Spaß an der Zerstörung hat, bleibt dieser Thriller am Ende nur eine halbgare Zerstörungsorgie und ist bestenfalls geeignet für das Videoregal. In jeder Hinsicht also: Game Over!



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INHALT

Mit der Erfindung des Computerspiels "Slayer" hat Milliardär Ken Castle Fiktion und Wirklichkeit auf grausame Weise miteinander verwoben: In brutalen Kämpfen treten zum Tode Verurteilte als Spielfiguren gegeneinander an - fremdgesteuert von den Spielern. Ganz vorne mit dabei ist Held Kable, gelenkt von Teenager Simon, der auch für das Leben seiner Frau und seiner Tochter verantwortlich ist. Seine einzige Überlebenschance ist der Ausstieg aus dem Spiel. Eine Untergrundbewegung soll ihm dabei helfen.
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Eure Kritiken zu Gamer

  1. Chris

    Ihr habt Recht, die Überhöhungen und Überspitzungen sind hier nur Mittel zum Zweck. Es ist doch töricht, auf der einen Seite etwas zu kritisieren (Videospiele) und soich auf der anderen Seite derer Mittel zu bedienen. Ein Ärgernis!

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