KRITIK

Für immer Shrek 3-D

Für immer Shrek 3-D 2001 stieß Dreamworks in die damalige Pixar-Domäne (mit Toy Story, Ants etc) der computergenerierten Trickfilme und erschuf mit „Shrek – Der tollkühne Held“ einen Kassenschlager, dem es gelang, das Genre in großem Maße zu erfrischen. Das Erfolgsrezept war eine große Portion Ironie durch Parodie. Märchenmotive wurden durch den Kakao gezogen und bewährte Motive aus Disney-Filmen unverschämt parodiert. Das unkonventionelle Abenteuer des grünen Ogers wurde zu einem Spaß für Jung und Alt.

„Für immer Shrek“ stellt nun, erstmals auch in 3D, den vierten und angeblich letzten Teil der Reihe dar, in der sich die große grüne Hauptfigur gelangweilt von seinem perfekten aber monotonen Märchenleben zeigt. Als Ablenkung, getrieben von Neugier, geht er einen Deal mit dem hinterlistigen Magier Rumpelstilzchen ein, um wieder einen Tag ein gefürchteter und unbekannter Oger sein zu können. Zurück ins alte Leben. Alles noch einmal neu erleben. Welch ein Traum! Doch kaum auf das Bündnis eingegangen, befindet sich Shrek in einer Welt, in der er seiner alten Freunde beraubt und nicht einmal mehr mit Fiona liiert sein kann. Und schlimmer noch, keiner seiner alten Freunde erkennt ihn wieder. Am schlimmsten aber ist für den Oger der Verlust der Macht, denn in der verkehrten Parallelwelt reagiert nun das Rumpelstilzchen (auf Deutsch gesprochen von Bernhard Hoecker) über das Königreich. Und nicht nur das. Der ehemalige Vertragspartner macht auch noch Jagd auf sämtliche Oger des Waldes. Was für ein Alptraum.

Wie so häufig bei Fortsetzungen, glänzt auch Mike Mitchells Animationsfilm nicht gerade mit großer Originalität in punkto Storytelling. In der Tat wirkt die Story, in der Shrek sich erst wieder mit seinen alten Freunden bekannt machen muss und seine wahre Liebe erneut zu erobern versucht, reichlich platt, was in erster Linie an den mangelhaften Überraschungsmomenten liegt. Denn leider wird kaum jemand, der bereits den Trailer zu „Für immer Shrek“ gesehen hat, noch viel Neues oder gar Unerwartetes erleben können; auch weil der Handlungsverlauf hierfür leider allzu vorhersehbar ist.

Neben dem eher misslungenen Versuch, der Shrek-Reihe mit der alternativen Realität ein wenig neues Leben einzuhauchen, bedient sich Mike Mitchell und sein Team unverhohlen der altbewährten Erfolgsfaktoren, die bereits die Vorgängerfilme positiv ausgezeichnet hatten. So dürfen beispielsweise die zahlreichen skurrilen und sympathischen Charaktere im vierten Teil ebenso wenig fehlen wie die zahlreichen Seitenhiebe an das Genre. Allen voran der Esel und der gestiefelte Kater sorgen abermals für herrliche Dialoge und belustigende Szenen. Ebenso wenig fehlen im vierten Teil die unterhaltsamen Musical-Einlagen und der selbstironische Humor der Figuren. Die größte Besonderheit bei den Shrek-Filmen war und bleibt allerdings die gleichwertige Unterhaltsamkeit für das jüngere, wie auch für das erwachsene Publikum.

Somit ist auch „Für immer Shrek“, dank einer alternativen Zeitlinie und demzufolge einiger lustiger Ideen, schrägen Charakteren und dem speziellen, parodistischen Witz ein sehenswertes Filmvergnügen, das die Reihe zwar nicht neu erfindet und etwas spannungsarm daherkommt, aber dennoch zu einem feinen Abschluss der Shrek-Serie führt. Eine letztendlich gelungene Domestizierung in 3-D und ein positiver Abschluss der Reihe.



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INHALT

Er hat sich einem bösen Drachen gestellt, eine wunderschöne Prinzessin beschützt und das Königreich der Schwiegereltern gerettet. Kann es da überhaupt noch eine neue Herausforderung für einen Oger geben? Nun, für Shrek heißt das neueste Abenteuer, ein gezähmtes Leben im Kreise seiner Familie zu führen. Anstatt wie früher Dorfbewohner zu erschrecken, gibt sich Shrek nach anfänglichem Zögern damit zufrieden, Autogramme auf Mistgabeln zu geben. Doch tief in ihm ist noch das ursprüngliche Brüllen der Bestie und drängt nach draußen. Getrieben von dem Wunsch, sich wieder wie ein richtiger Oger zu fühlen, lässt er sich von dem gewieften Rumpelstilzchen zu einem folgenschweren Pakt überreden. Auf einmal findet sich Shrek in einer eigenartig verdrehten Version des Märchenlandes „Weit, weit, weg" wieder: Dort werden Oger gejagt, Rumpelstilzchen ist der König und Shrek hat seine geliebte Fiona niemals kennengelernt. Nun muss er schleunigst das selbst verschuldete Unheil abwenden, wenn er seine Freunde retten, seine Welt wieder in ihren ursprünglichen Zustand und seine große grüne Liebe Fiona wieder in den Armen halten will...
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Eure Kritiken zu Für immer Shrek 3-D

  1. Udo

    Der vierte Teil lässt in der Tat die beiden Vorgänger, also teil zwei und drei vergessen. Die Idee mit dem „Was wäre wenn“ ist zwar nicht neu, aber für ein paar gute Gags ist dieser Plot allemal gut. Dann darf Shrek jetzt auch ohne zu zögern mit seinen Freunden das Ende feiern und seinem Familiendasein fröhnen. Alles Gute, Shrek!

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