KRITIK

Frontalknutschen

Frontalknutschen Georgia ist vierzehn Jahre alt und ein Knutschprofi, zumindest in der Theorie. Einen Jungen geküsst hat sie zwar noch nie, aber dafür gemeinsam mit ihrer besten Freundin Jas ein Zehn-Stufen-Modell der sich steigernden Zärtlichkeiten erdacht – ab Stufe vier kommt die Zunge zum Einsatz, was sich hinter Tür Nummer zehn verbirgt, bleibt der geneigten Fantasie überlassen.

Und wenn Georgia und ihre Freundinnen sich mal gerade keine Gedanken über den perfekten Kuss machen, hadern sie mit den peinlichen Eltern oder sorgen sie sich über ihr Aussehen: zu große Nase, zu dichte Augenbrauen, zu blasse Beine, so was halt.

Klar, sie pubertieren, und das auch noch in einem verödeten britischen Küstenkaff, wo das Aufregendste immer die Erlebnisse anderer sind, von denen die Mund-zu-Mund-Propaganda kursiert („Der schwedische Austauschschüler hat beim Küssen den Druck variiert, das machen ausländische Jungs so!“).
Doch das trübe Dasein der Mädchen soll sich mit einem Schlag aufhellen, als die zweieiigen Zwillingen Robbie und Tom in die Stadt ziehen, im Milieujargon „Sexgötter“ genannt. Wobei Georgias Schwarm Robbie sich ausgerechnet mit der Stringtanga tragenden Schulschlampe abgibt und erst noch von den Werten Witz und Natürlichkeit überzeugt werden muss.

Georgia Nicolson, gespielt von der überaus talentierten Georgia Groome, ist eine Erfindung der britischen Autorin Louise Rennison, die ihre Heldin bereits durch etliche Fettnäpfchen und eine Serie von Büchern geschickt hat.

Zwei der Bücher dienten der Regisseurin Gurinder Chadka („Kick it like Beckham“) als Vorlage für diese Teeniekomödie, die um einiges mehr Humor und Charme besitzt als vergleichbare deutsche Backfisch-Eskapaden im Stile von „Freche Mädchen“. Georgia ist so etwas wie eine alkoholabstinente kleine Schwester von Bridget Jones: Sie besitzt Selbstironie und zu große Schlüpfer. Ihre sarkastische Sicht auf die Welt trägt auch Chadhas kurzweiligen Film, der nur leider am Ende sämtliche Handlungsstränge in einer Harmonie-Orgie explodieren lässt – inklusive Traumkuss auf offener Bühne.



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INHALT

Kurz vor ihrem 15. Geburtstag gibt Georgia ihre neuen Ziele aus. Sie will endlich einen Freund, deshalb den gerade in die Stadt gezogenen süßen Robbie erobern und eine coole Party in einem hippen Club feiern - nicht mehr im Wohnzimmer ihrer netten, aber in einem anderen Jahrhundert lebenden Eltern. Mit Freundin Jas geht sie ihre Pläne an, die jedoch von Unerfahrenheit und einer romantischen Rivalin behindert werden.
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Eure Kritiken zu Frontalknutschen

  1. Tiffany

    Ein sehenswerter Film dank einer überzeugenden Hauptdarstellerin.

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