KRITIK

From Hell

From Hell „Eines Tages wird man zurückblicken und erkennen, dass ich das 20. Jahrhundert eingeläutet habe.“
Mit diesen apokalyptisch anmutenden Worten soll Jack the Ripper, Londons legendärer, von Schauermärchen umschwärmter Prostituierten-Mörder, einst seine Grauen erregenden Bluttaten überhöht haben. Lange, bevor die Serienkiller vom Biss eines Hannibal Lector ihre glamouröse Popstar-Position im amerikanischen Mainstream-Kino erobern durften, gebar dieser mit chirurgischer Finesse zu Werke gehende Finsterling sein geheimnisverklärtes Nacht-und-Nebel-Image, das bis heute nichts an morbider Attraktion verloren hat. Und obwohl die wahre Identität des irrsinnigen Schlitzers von Heerscharen an Kriminalisten, Historikern und Verschwörungstheoretikern nie geklärt werden konnte, treten nun die Regie-Brüder Allen und Albert Hughes („Menace II Society“) so erzählbesessen wie wahrheitsgewiss an, um ein für allemal Licht ins Dunkel der Ereignisse zu bringen.
Die Hughes-Brüder schildern ihre Version der Ripper-Fabel als mitreissende Melange aus viktorianisch-düsterem Historienfilm und modernistisch aufpoliertem Kriminal-Clip, was wider Erwarten glänzend aufgeht. Wenngleich sich die Fährten-Pfade, die hier bis in die obersten Intrigen-Logen des Königshauses führen, nicht immer gänzlich erhellen, so verfolgt man doch allein Johnny Depps wegen gebannt die Hatz durch eine Moloch-Atmosphäre, in der rauschhafte Weltuntergangsphantasien ebenso gedeihen wie anmaßende Prophezeiungen. Patrick Wildermann



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INHALT

London, Ende des 19. Jahrhunderts zur Zeit Queen Victorias: Im dauerverregneten und rußgeschwärzten Elendsviertel Whitechapel werden die entstellten Leichen von vier Huren gefunden.
Der mit dem Fall betraute Inspektor Abberline und dessen Kollege Godley finden zunächst zwar keine Antwort auf die Frage nach dem Motiv des Meuchlers. Abberline jedoch, der seit dem Tod seiner Frau zu Opium- und Absinth-Exzessen neigt, wird von Visionen heimgesucht, die ihm den Weg zur Bestie zu weisen scheinen. Zumindest aber zum nächsten Opfer, der Dirne Mary, die enorme Anziehungskraft auf den melancholischen Ermittler ausübt. Ihre Mithilfe und seine intensiven Nachforschungen bringen ihn der (vermeintlichen) Wahrheit immer näher. Und diese hat offensichtlich etwas mit dem Königshaus zu tun...
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Eure Kritiken zu From Hell

  1. Ralf

    Eine gute Mischungviel nebel, viel nacht, eine permanente spannung, ein überzeugender johnny depp, der seine rolle aus sleepy hollow wieder aufnimmt. alles in allem ein überzeugender streifen. hab mich gegruselt.

  2. Udo

    Ein fast unbekanntes ..Brüderpaar (nach den Wachowski Brüdern) hat hier bewiesen, dass eine gute Zusammenarbeit auch gute Qualität bedeutet. Atmosphärisch dicht wird hier eine Geschichte erzählt, die Spannung verspricht und Rätsel aufgibt. Johnny Depp bleibt etwas seelenlos distanziert, vermag aber durch seine lethargische Art zu überzeugen. Diese Rolle des Aufkläres hat er zwar schon in Sleepy Hollow verkörpert, doch ein Film mit ihm versprciht immer noch Qualität.

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