KRITIK

Frisch gepresst

Plkt zum Film Frisch gepresstSchaurige Vorstellung: Man geht ins Kino, doch statt großer, schöner Bilder, großer Gefühle und origineller Geschichten mit glamourösen Darstellern läuft da plötzlich so eine Art Pro-Sieben-Fernsehklamotte ab, die irgendwo im Keller noch auf alten VHS-Bändern entdeckt worden zu sein scheint. Dieser Schock wird Wirklichkeit – für diejenigen, die in „Frisch gepresst“ geraten. Vielleicht wegen der Hauptdarstellerin? Oder wegen eines ähnlichen, selbst erlebten Vorfalles wie im Film beschrieben? In diesem filmischen Versuch geht es um eine läppische Posse von der Sommerloch-Resterampe, die auf einem Roman der „Moppel-Ich“-Expertin Susanne Fröhlich basiert. Der ist bezeichnenderweise schon 1998 erschienen, genau in jenen Tagen also, als man der deutschen Beziehungskomödienwelle im Windschatten des „Bewegten Manns“ und der begleitenden „Superweiber“ längst überdrüssig geworden war.

Szene aus dem Film Frisch gepresstDiana Amft, jene Blondine, die mal als „Mädchen, Mädchen“ anfing und inzwischen mit der preisgekrönten Serie „Doctor´s Diary“ durchaus verdiente Meriten eingefahren hat, spielt die verkrachte Dessous-Designern Andrea, Anfang 30 und aus Überzeugung Single, die dann doch eines Tages plötzlich schwanger ist und nicht weiß, von wem: vom reichen Macho Gregor (Alexander Beyer), bekannt aus Jugendtagen, oder vom leicht blässlichen, aber soliden Anwalt Chris (Tom Wlaschiha, jetzt auch in der US-Serie „Games of Thrones“ zu sehen)?

Aus diesem Dilemma wird – daran besteht wie in all den anderen wochentäglichen Fernsehfilmen im Privat-TV nie auch nur der geringste Zweifel – ein Happy-End erwachsen, das in seiner Biederkeit selbst für „InTouch“-Leserinnen schwer erträglich sein dürfte. Bis es soweit ist, gilt es etwa zu ertragen: Sunnyi Melles, die sich als Mutter für den Preis als nervtötendste Nebenrolle ins Gespräch bringt, grausam witzbefreite Gastauftritte von Oliver Pocher und Axel Schulz, eine holprige Inszenierung von Christine Hartmann („Tsunami – Das Leben danach“, „Hanni und Nanni“), dazu jede Menge schlecht geschriebene Dialoge und Rohrkrepierer-Gags, die im besten Fall für betretenes Schweigen sorgen. „Frisch gepresst“? Iwo! In dieser Orange ist doch ohnehin kein Saft mehr. Besser auslassen!
  

Kritikerspiegel Frisch gepresst



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
1/10 ★☆☆☆☆☆☆☆☆☆ 


Dimitrios Athanassiou
moviemaze.de
1/10 ★☆☆☆☆☆☆☆☆☆ 


Sascha Westphal
epd Film, Die Welt, FR
1/10 ★☆☆☆☆☆☆☆☆☆ 


Durchschnitt
1/10 ★☆☆☆☆☆☆☆☆☆ 




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