KRITIK

Freundschaft Plus

Freundschaft Plus Wie war das noch, 1989, bei „Harry und Sally“? Männer und Frauen können keine Freunde sein, es kommt immer der Sex dazwischen. Was aber, wenn das Körperliche wissentlich eingebaut wird in eine „Freundschaft plus“, eine Beziehung, die ohne Liebe auskommt, ohne Lügen, Eifersucht, Verlustängste?

Das ist die Grundidee. Und es ist bemerkenswert, dass die reine Sexbeziehung, die früher, in Zeiten von „Der letzte Tango in Paris“ (1972) mal als Kino-Skandalthema taugte, heute längst im Hollywood-Mainstream angekommen ist. Obendrein wird dabei der Frau der romantikferne Part zugeschanzt: Wie schon in „500 Days of Summer“ (und jüngst erst in „Love and other Drugs“) ist es der Mann, der bald mehr will als bloß den Körper der Gespielin.

Hier gibt „Valentinstag“-Schwarm Ashton Kutcher den Mann, der möchte. Und die Frau, die sich sträubt, spielt kurioserweise Natalie Portman. Die Schauspielerin, die in zehn Tagen sehr wahrscheinlich den Oscar abräumen wird, zeigt hier unmittelbar nach den finsteren Dramen „Brothers“ und „Black Swan“ ihre komödiantische Seite – und das gar nicht schlecht übrigens.

Miss Portman spielt eine Ärztin mit Ambitionen (keine Zeit für die Liebe), er einen leicht luschigen Regieassistenten beim Fernsehen. Eine Weile lang geht es ganz gut mit der bindungsfreien Beziehung zwischen den beiden, die sich schon seit Teenietagen kennen. Dann aber muss die Ärztin doch noch bekehrt werden zur wahren, tiefen Liebe – und die zuvor recht unkonventionell daherpolternde Komödie wird streng zurechtgewiesen in konventionelle Bahnen.

„Ghostbusters“ und Komödien-Spezailist Ivan Reitman, dessen Sohn Jason („Up in the Air“) längst die interessanteren Filme dreht, schwankt mit seiner Komödie zwischen Slapstick, offenherziger Schlüpfrigkeit und biederem Klamauk. Alles nach Schema F. Die Mischung stimmt leider nur im ersten Drittel. Danach wird der Plot zunehmend gerader und die Sache damit uninteressanter. Was kurios begann, endet als eine „Rom Com“ unter vielen. Kurze Unterhaltung also wieder einmal nur für den Augenblick.



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INHALT

Emma Franklin und Adam Kurtzman kennen sich, seit sie als Teenager im Ferienlager einen ersten unschuldigen Kuss ausgetauscht haben. Wie sich herausstellt, sollte es nicht für die Ewigkeit sein. Die beiden verlieren sich aus den Augen und treffen sich erst Jahre später zufällig in Los Angeles wieder. Die Anziehungskraft von damals ist immer noch vorhanden, denn kurzerhand landen die beiden miteinander im Bett. Doch weil Emma als angehende Ärztin in ihrem Beruf voll eingespannt ist und keine Zeit für tiefergehende Beziehungen hat, bevorzugt sie die unkomplizierte Variante: Sie will einfach nur Sex - ohne Frühstück! Für Adam scheint der Traum eines jeden Mannes in Erfüllung zu gehen … bis er feststellen muss, dass Emma ihm völlig den Kopf verdreht hat.
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Eure Kritiken zu Freundschaft Plus

  1. Christian

    Gleich in fünf Filmen ist Natalie Portman in diesem Jahr im Kino zu sehen. Was sie allerdings bewogen hat, in diesem albernen Klamauk mitzuspielen, kann nur sie allein beantworten. Auch wenn der Regisseur Ivan Reitman heißt, lässt der erfahrene Komödien-Spezialist (Ghostbusters) seine Protagonisten wie alberne Textaufsager aussehen. Für Kutcher ist das anscheinend ok. Für Natalie Portman dürfte dieser Film ihr peinlicher Ausrutscher in ihrer tollen Karriere sein. Die Chemie zwischen beiden stimmt zu keiner Sekunde.

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