KRITIK

Fremde in mir, Das

Fremde in mir, Das Aus der Reihe „Tabuthemen im Kino“ diesmal das Sujet „postnatale Depression“, durchexerziert in der gehobenen Mittelschicht. Für Floristin Rebecca, eindringlich gespielt von Susanne Wolff, und ihren beruflich aufstrebenden Mann Julian läuft es bestens, ein Kind soll das Glück perfekt machen.

Doch nach der Geburt vermag es Rebecca nicht, einen Bezug zum Neugeborenen zu entwickeln: Sie vernachlässigt das Kind und verhält sich auch ihrer übrigen Umgebung gegenüber abweisend. Ihre Schwermut wird pathologisch, die Schwester ernennt sich zur Ersatzmutter, Julian nimmt Rebecca das Kind weg. Erst die aus Übersee anreisende Mutter (Maren Kroymann) und eine Therapeutin können langsam, sehr langsam, eine Wende einleiten.

Was wie eine trockene Fallstudie klingt, entwickelt in Emily Atefs Inszenierung einen eigentümlichen Sog: Zwar wirkt das Setting künstlich – vor allem auch, weil fast nur bekannte Theaterdarsteller spielen: Johann von Bülow, Judith Engel, Dörte Lyssewski, Klaus Pohl und Herbert Fritsch – doch Rebeccas Rutsch ins psychische und letztlich soziale Abseits schafft durchs dramaturgisch ausgefeilte Drehbuch für Beklemmung. So wurde aus dem Tabuthema weit mehr als ein konventionelles Fernsehspiel



Ähnliche Beiträge:

Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*