KRITIK

Freitag der 13.

Freitag der 13. Der Name Jason Vorhees ist vielen Horrorfans ein Begriff. Die Meuchel- und Mordserie der (nach Freddy Krüger) wohl berühmtesten Horrorfigur der Filmgeschichte begann vor nunmehr fast drei Jahrzehnten, genauer gesagt im Jahre 1980 unter der Regie von Sean S. Cunningham. Der damals noch unbekannte Kevin Bacon zählte sogar damals zum Cast.

In den vergangenen drei Jahrzehnten sollte Jason nicht weniger als zehn Mal wieder auferstehen, gegen seinen Widersacher Freddy Krüger kämpfen und selbst als 3-D Figur seinen Mann stehen. Nun ist er also wieder da, der Mann mit der Maske, Dank zweier cleverer Horrorfans, die nur allzugerne angegraute Horroklassiker wieder zum Leben erwecken: Michael Bay (hier als Produzent) und Markus Nispel (Regie). Letzterer hatte mit seiner Neu-Interpretation von „Texas Chainsaw Massaker“ (2003) zwar wüste Beschimpfungen der zahlreichen Horror-Fans einstecken müssen, doch die Neu-Auflage seines Texas-Massakers, im Fachjargon Re-Imgaging genannt, spielte in den USA sagenhafte 80 Millionen Dollar ein, bei einem Budget von etwa 10 Millionen. Grund genug für das erfolgsverwöhnte Team, sich an weiteren Horrorfilmen zu vergreifen.

Wie schon im Original geht es wieder einmal um eine Gruppe lüsterner Teenager, die sich an einem Lagerfeuer versammelt. Nur sind in der Neu-Interpretation des Duos Bay-Nispel die Tops der Jungmimen noch kürzer, die Hotpans sitzen enger und selbst zwei Beischlafszenen dürfen in der 2009er Version nicht fehlen. Wer allerdings innovative visuelle Effekte oder neue Elemente für das Genre erwartet, wird vom deutschen Regisseur enttäuscht. Abgesehen von einer hastig geschnittenen, in schwarz/weiß gehaltenen Slasher-Collage, die als Intro-Sequenz den Werdegang Jasons zum Mörder mit der Maske psychologisch erklären soll, bleibt hier alles beim Alten.

Natürlich werden dennoch zahlreiche Fans den Weg in die dunklen Lichtspielhäuser finden, denn nach sechsjähriger Abstinenz Jasons von der großen Leinwand werden neue Fans auftauchen, die den Mann mit der Hockeymaske beim Metzeln zusehen wollen. Und Jason, der hier mehr als omnipräsenter Predator denn als geistig zurückgebliebener Kaspar Hauser charakterisiert wird, wird Ihnen geben was sie brauchen.

Regelrecht zum Ärgernis gerät dieser als „Neuinterpretation“ beschönigter Rip-Off, der streng genommen nur ein weiteres von rund einem Dutzend Sequels ist, wenn es um die Darstellung der Opfer geht. Hier fällt neben der erschreckenden Naivität der angeblichen College-Schüler vor allem die sexistische Haltung unangenehm auf. Die Macher ließen es sich nicht nehmen, sämtliche Darstellerinnen zu lüsternen und stupiden Soft-Porno-Miezen zu degradieren. Womit diese angebliche Neu-Interpretation zurecht den Stempel „misslungen“ trägt.



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