KRITIK

Freeheld – Jede Liebe ist gleich

Bild (c) Universum Filmverleih.

Bild (c) Universum Filmverleih.

Laurel Hester ist eine Kommissarin im Karrierehoch. Stacie Andree ist eine 19 Jahre jüngere Automechanikerin. Trotz aller Unterschiede ist es die große Liebe. Die beiden lassen ihre Partnerschaft eintragen, kaufen ein Haus. Doch dann hat Laurel plötzlich Lungenkrebs. Unheilbar – Im Endstadium. Damit Stacie das Haus behalten kann, möchte Laurel ihre Pensionsansprüche überschreiben lassen – in heterosexuellen Ehen ist das kein Problem in den USA. In ihrem Fall aber muss ein republikanischer „Freeholders“-Rat zustimmen, den es so nur in New Jersey gibt. Und der lehnt ab. Laurel und Stacie kämpfen weiter, sorgen für PR-Rummel. Einen Monat vor Laurels Tod lenken die Freeholders ein. Nach einer wahren Geschichte.

Szene_Freeheld2006 sorgte diese Geschichte für einigen Wirbel, die Doku über die Ereignisse gewann den Oscar. Jetzt gibt es auch eine Spielfilmversion – mit tollen Darstellern: Nach ihrem umjubelten Auftritt in „Still Alice“ wollte die US-Darstellerin Julianne Moore nur ein Jahr später erneut eine Sterbenskranke spielen, doch sie erledigt das, na klar, mit Power und Würde. Ebenso gut sind Ellen Page („Inception“) als Stacie, „The Office“-Komiker Steve Carell als Queer-Aktivist und Michael Shannon („Man of Steel„) als Polizeikollege.

Leider macht Regisseur Peter Sollett („Nick und Norah“) nur eine Art Fernsehspiel daraus. Alles wird schematisch abgehakt und emotional beflissen zugespitzt. Die Fronten sind dabei viel zu eindeutig abgesteckt: Die Freeholders etwa werden als homophobe Widerlinge so plump markiert, dass sie als Gegner kaum ernst zu nehmen sind. Ohnehin geht „Freeheld“ nur noch als zeithistorisches Dokument durch: Nach der legalen Gleichstellung homosexueller Ehen durch den amerikanischen Supreme Court im letzten Jahr hätten Laurel und Stacie diesen Kampf heute nicht mehr führen müssen. Vielleicht ging er deshalb mit nur sehr wenigen Kopien in die US-Kinos und floppte dort gewaltig.

 

 

Kritikerspiegel Freeheld - Jede Liebe ist gleich



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
5/10 ★★★★★☆☆☆☆☆ 


Frank Brenner
choices, FRESH, etc.
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Carsten Happe
Der Schnitt, filmgazette
5/10 ★★★★★☆☆☆☆☆ 


Sascha Westphal
epd film, WAZ
7/10 ★★★★★★★☆☆☆ 


Durchschnitt
6.5/10 ★★★★★★½☆☆☆ 


Weitere Noten zu aktuellen Kinofilmen findest Du bei uns im Kritikerspiegel.



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INHALT

Laurel Hester (Julianne Moore) lebt seit über 20 Jahren für ihren Job als Polizeikommissarin, ein Privatleben findet bei ihr nicht statt. Dies ändert sich schlagartig, als sie die junge Mechanikerin Stacie Andree (Ellen Page) kennenlernt. Die beiden verlieben sich aller Unterschiede zum Trotz ineinander und bauen sich eine gemeinsame Zukunft auf. Dazu gehören das eigene Haus mit Garten und Hund und schließlich sogar die eingetragene Lebenspartnerschaft. Doch ihr Glück währt nicht lang. Laurel erhält die erschütternde Diagnose, dass sie an Lungenkrebs im Endstadium erkrankt ist und ihr nicht mehr viel Zeit bleibt. Ihr letzter Wunsch ist, dass Stacie in ihrem Haus wohnen bleiben kann. Das kann sie aber nur, wenn ihr Laurels Pensionsansprüche übertragen werden. Die zuständigen Behörden lehnen ihr Gesuch wiederholt ab. Auch innerhalb der Polizei erfährt Laurel, der es immer schlechter geht, keinen Rückhalt. Nur ihr Kollege Dane Wells (Michael Shannon) und der exzentrische Aktivist Steve Goldstein (Steve Carell) halten zu Laurel und Stacie in ihrem Kampf um Gerechtigkeit, bis sie unerwartete Unterstützung erhalten ... (Text: Universum Filmverleih)
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