KRITIK

Frau in Schwarz, Die

Plakat zum Film Frau in SchwarzKnarzende Dielen, herrenloses Spielzeug: Die alten Zutaten des Spukhaus-Gruselfilms, sie kommen nie aus der Mode. Nicht zuletzt die legendären Hammer Studios definierten in den 50er und 60er Jahren in ihren „Dracula“- und „Frankenstein“-Filmen mit Christopher Lee und Co. den Stil des so genannten „Gothic Horror“. Heute gehören die Studios den Fernseh-Holländern von „Endemol“, aber ihre Kernkompetenz soll weiterhin der klassische Grusel sein.

Für diese Verfilmung des berühmten Susan-Hill-Romans besetzten sie Daniel Radcliffe, den Harry-Potter-Star, der von jetzt an mit jedem Film aufs Neue beweisen muss, dass er mehr sein kann als Harry mit der runden Brille. Er spielt hier einen jungen Anwalt, der, traumatisiert durch den Tod seiner schwangeren Frau, in einem abgelegenen englischen Küstenkaff den Nachlass einer einsamen Witwe regeln soll.

Szene aus dem Film Die Frau in SchwarzDie Dörfler sind abweisend, die Villa der Verstorbenen entpuppt sich als grabesgruseliges Herrenhaus, in dem sich der Anwalt nicht nur von den eigenen Dämonen verfolgt sieht. Alsbald kommt er dem rächenden Geist einer „Frau in Schwarz“ auf die Spur, die für ein rätselhaftes Kindersterben verantwortlich sein soll. Radcliffe schaut dazu sehr melancholisch drein.

Regisseur James Watkins, der mit „Eden Lake“ 2008 den bösesten Horrorfilm Britanniens gedreht hat, setzt ganz auf atmosphärischen Grusel: unheimliche Ausstattung, halbseidene Gestalten und geschickte Soundeffekte. Die grundlegend gespenstische Stimmung zählt hier mehr als einzelne Schocks. Originell ist das zwar nicht, aber es funktioniert. Und ein abgründiges Finale gibt es als Bonus.

 

  

 



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