KRITIK

Frau in Gold, Die

Bild (c) Squareone Filmverleih.

Bild (c) Squareone Filmverleih.

Als 2007 die Dokumentation „Stealing Klimt“ in die Kinos kam, war das noch Nischenkino. Doch heute, acht Jahre später, nach dem Kunstfund in Cornelius Gurlitts Schwabinger Wohnung, stehen die Themen Nazi-Raubkunst und Restitution viel weiter oben auf der Agenda. So bekommt auch die Geschichte der jüdischen Erbin Maria Altmann, die 2006 vor Gericht die Rückgabe mehrerer bedeutender Bilder des Jugendstilmalers Gustav Klimt erstritt, eine neue Kino-Chance.

In dieser Spielfilmversion verkörpert die immer sehenswerte Helen Mirren („The Queen„) jene Maria, die als junge Frau dem Holocaust durch Flucht in die USA entkam und neben ihrer Familie auch fünf Klimts in Wien zurücklassen musste, darunter das Porträt ihrer Tante Adele Bloch-Bauer. Das weltbekannte, blattgoldverzierte Werk hing nach dem Krieg jahrzehntelang als „Goldene Adele“ im Wiener Belvedere, und die Alpenrepublik dachte nicht daran, den Publikumsmagneten zurückzugeben – bis Altmann das Land 1999 verklagte, vertreten durch ihren jungen Anwalt Randol Schoenberg, den Enkel des aus Österreich emi­grierten Komponisten Arnold Schönberg.

Szene-Frau-in-GoldRegisseur Simon Curtis („My Week with Marilyn„) erzählt das reibungslos, konturlos, leider hält sich der Film dramaturgisch allzu eintönig an den üblichen Ablauf solcher Triumphgeschichten: vom Zweifel zum Aufbruch zum Rückschlag zum glücklichen Ende. Die stets aufs Stichwort eingestreuten Rückblenden in die Fluchtgeschichte der jungen Maria bedienen gediegene Kostümfilmroutinen.

Darstellerisch fehlt dazu die Balance: Der farblose Ryan Reynolds („Green Lantern“) kommt als Schoenberg gegen Mirrens etwas zu betont scharfzüngige Performance ebenso wenig an wie Daniel Brühl, der den kooperierenden Journalisten Czernin spielt, den einzig sympathischen Österreicher im Film. Brühl ist längst zum Gesicht des internationalisierten Themenfilms geworden: spannende Sujets, redlich bis brav umgesetzt.

 

 

 



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INHALT

Erinnerungen sind unbezahlbar. Niemand weiß das besser als Maria Altmann (Helen Mirren), eine ältere Dame, die in Los Angeles ein beschauliches Leben führt. Nur wenige kennen ihre Vergangenheit und wissen, dass sie einst unter dramatischen Umständen aus dem Wien des Dritten Reichs fliehen musste. Jahrzehnte später erfährt sie, dass sie die rechtmäßige Erbin von mehreren Gemälden Gustav Klimts – einer der bedeutendsten Maler Österreichs – ist, die sich einst im Besitz ihrer Familie befanden und von den Nazis enteignet wurden. Das berühmteste und legendärste dieser Kunstwerke ist das Porträt ihrer Tante Adele Bloch-Bauer, auch bekannt als „Die goldene Adele“. Doch der Staat Österreich, in dessen Besitz die Bilder sich befinden, zeigt sich wenig kooperativ, Marias Rechte ohne weiteres anzuerkennen. Und auch Maria zögert, denn sie glaubt nicht mehr daran, dass die Kunstwerke jemals zu ihrem rechtmäßigen Eigentümer zurückkehren. Doch dann beschließt sie, sich den Schatten der Vergangenheit zu stellen, das Unmögliche zu versuchen und ihr Erbe zurückzuholen. Gemeinsam mit dem unerfahrenen, aber engagierten Anwalt Randy Schoenberg (Ryan Reynolds) nimmt sie den Kampf um Gerechtigkeit auf. Es beginnt eine Odyssee, die sie bis zum Obersten Gerichtshof in Amerika führt. Diese Entscheidung wird ihr Leben für immer verändern ... (Text: Squareone Filmverleih)
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