KRITIK

Footloose

Plakat zum Film FootlooseEs war so typisch Achtziger: Kevin Bacon mit Fönfrisur tanzte sich im dekorativen Gegenlicht die Füße locker und rebellierte gegen das Rockmusik-Verbot in seiner Kleinstadt, was wiederum mehr so typisch Fünfziger war. Dazu passt jetzt das kopiebeflissene Remake des 1984er Hit-Musicals „Footloose“, denn die Achtziger sind immer noch in Retro-Mode, während sich die US-Gesellschaft in Teilen wieder den Fünfzigern annähert.

Diesmal tanzt sich ein No-Name namens Kenny Wormald in diesem von Craig Brewer („Hustle & Flow“) inszenierten Remake die Füße locker, er charmiert sich durch die gleichen Songs, Szenen und Dialoge, nur nicht mehr im Gegenlicht. Dafür sind die Tanznummern nach Art des YouTube-Zeitalters per Schnitt zerhackstückt worden, weswegen sie keine Nummern mehr sind, sondern bloß Style.

Szene aus dem Film Footloose

(c) Paramount Pictures

Es gibt indes mehr Drama: Die Mutter des Jungen ist an Leukämie gestorben, und der puritanische Pfarrer, der das Tanzverbot ausspricht, ist weniger eindimensional. Weswegen sich auch am Ende, natürlich zur Prom Night, alle wieder doll lieb haben. Nach Rebellion herrscht, anders als in den Fünfzigern, in diesem Umfeld kein Bedarf mehr. „There comes a time to cut loose“ heißt es in der Tagline zum Film. Nur von wem oder was man sich lösen sollte, das bleibt bis zum vorhersehbaren Ende sehr vage. Gut für die Tea Party, eher öde fürs Publikum.

 



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