KRITIK

Flight Plan – Ohne jede Spur

Flight Plan - Ohne jede Spur
Wir sind mit ein paar Urängsten geboren, an die lässt sich immer wirksam rühren. Fast alle Menschen fürchten sich in der Dunkelheit, ziemlich viele in der Luft. Und für Eltern, auch das ist in die Wiege gelegt, besteht die schlimmste Furcht darin, dass ihrem Nachwuchs etwas zustoßen könnte. Bei der zweifachen Mama Jodie Foster jedenfalls gaben die persönlichen Verlustangstgefühle den Ausschlag, ihren Part in Robert Schwentkes Flugzeug-Thriller „Flight Plan“ anzunehmen: „Als Mutter fragt man sich ständig, was man tun würde, wenn das eigene Kind plötzlich weg wäre.“ Die freie Zeit genießen, das kommt als Antwort eher nicht in Frage. Zum zweiten Mal nach David Finchers „Panic Room“ schlüpft Foster hier also in die Beschützerrolle und spielt eine Löwenmutter, die bis zum Äußersten geht, um ihre kleine Tochter zu retten.

Die von ihr verkörperte amerikanische Triebwerk-Ingenieurin Kyle Pratt muss den Tod ihres Mannes verwinden, der unter mysteriösen Umständen in Berlin verstorben ist. Gemeinsam mit ihrer sechsjährigen Tochter Julia sucht sie den Neuanfang in Amerika. An Bord eines neuartigen, zweistöckigen Riesenfliegers, der einem real existierenden Airbus-Modell recht ähnlich sieht, reisen sie in die Staaten, an Bord auch der Sarg mit der Leiche des zu Überführenden. Die seelischen Belastungen der vorangegangenen Tage lassen Kyle schon kurz nach dem Start einschlafen. Als sie erwacht, ist ihre Tochter verschwunden. Eigentlich noch kein Grund zur Besorgnis, denn Julia entfernt sich oft unerlaubt von ihrer Mutter, zuletzt am Flughafen. Doch keiner der Mitreisenden will das Mädchen an Bord gesehen haben, und die Crew behauptet, Julia habe niemals auf der Passagierliste gestanden.

Der Plot erinnert ein bisschen an den Mystik-Mumpitz „Die Vergessenen“ mit Julianne Moore, nur dass bei Schwentke, soviel darf verraten werden, keine Außerirdischen ihre Finger im Spiel haben. Mit Kameramann Florian Ballhaus, Sohn des großen Michael, hetzt der Regisseur eine immer panischere Jodie Foster durch den Silbervogel, kostet die klaustrophobische Situation bis in den hintersten Laderaumwinkel aus. Diese zu Beginn fesselnde Hatz hart an der Verstandesgrenze bezeugt die inszenatorische Könnerschaft des deutschen Hollywood-Debütanten („Tattoo“) – aber das Skript bricht bald derart auseinander, dass noch der letzte Rest Spannung verfliegt. Wäre ein Flugzeug so konstruiert wie dieses Drehbuch, es würde gar nicht erst vom Boden abheben.



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INHALT

Nach dem unerwarteten Tod ihres Mannes in Berlin steht Kyle Pratt unter Schock. Auf dem Rückflug nach New York setzt sich der Albtraum fort, ist ihre kleine Tochter plötzlich spurlos verschwunden. Schlimmer noch: es gibt keine Hinweise, dass das Mädchen je an Bord gewesen ist. Während Crew und Passagiere die Mutter für traumatisiert halten, glaubt sie an eine Verschwörung und an ihren Verstand.
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Eure Kritiken zu Flight Plan – Ohne jede Spur

  1. Patrice

    Jodie überzeugt!Aha, Der deutscher Robert Schwentke darf seinen ersten Hollywood-Film realisieren. Das hat er gut gemacht. Die Story ist stimmig und spannend. Jodie Forster überzeugt. Gutes Ende.

  2. Manni

    Ein spannender Film. Nur, man sollte vorher nichts wissen. Genug Spannung wird geboten.

  3. SuperLenny

    Der Film war nicht mehr als ein besseres Boing-Werbevideo mit einer hysterischen Mutter in der Hauptrolle. Die ganzen logischen Fehler können schon echt nerven – nicht reingehen!

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