KRITIK

Flash of Genius

Flash of Genius Vielleicht ist die Wirtschaftskrise nun auch noch daran schuld, dass Marc Abrahams Film über den Kampf eines braven Mannes gegen die mächtige Automobilindustrie nicht recht zünden will. Jedenfalls fällt es schwer, diesen typischen David-gegen-Goliath-Triumph nachzuempfinden, sich am Sieg über Konzerne zu berauschen, die heute bloß noch bankrotte Staatspflegefälle sind.

Da hilft es auch nicht, dass „Flash of Genius“ auf wahren, eigentlich spannenden Begebenheiten beruht, die der amerikanische Journalist John Seabrook Anfang der 90er Jahre im Magazin New Yorker nachgezeichnet hat.

Der Held der Geschichte heißt Robert Kearns, ein Ingenieur und Professor, den eines Tages der filmtitelgebende Geistesblitz einer bahnbrechenden Erfindung trifft. Kearns nennt sie seine Mona Lisa, was allerdings nur die Ästheten unter den Mechanikern verstehen dürften, schließlich handelt es sich um den so genannten Intervall-Scheibenwischer.

Der Familienvater bietet sein Patent Ende der 60er Jahre Ford an, wird jedoch hingehalten – und muss wenig später, bei der feierlichen Enthüllung des neuen Mustang, mit Entsetzen feststellen, dass der Detroiter Autoriese sein Baby gestohlen hat. Es folgen Jahre der zähen gerichtlichen Auseinandersetzungen, die Kearns` Gesundheit, Familienleben und Finanzen ruinieren.

Greg Kinnear spielt diesen Dickschädel, der 2005 gestorben ist, mit durchaus anrührender Zähigkeit und Verbohrtheit. Aber sein langer Marsch durch die Instanzen ist letztlich zu konventionell inszeniert, um Schritt zu halten mit packenden Gerechtigkeitsdramen wie etwa „Erin Brockovich“ oder „The Insider“. In denen allerdings wurde gegen Firmen gekämpft, die auch heute noch Riesen sind.



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INHALT

Eine wahre Geschichte: Der Universitätsprofessor Robert Kearns erfindet in den 60er Jahren den Intervall-Scheibenwischer. Er stellt seine Erfindung zwei großen Autoherstellern vor. Der Weltkonzern Ford ist anfangs begeistert, stellt wenig später aber den Intervallscheinwerfer selbst in einem neuen Modell vor. Kearns fühlt sich hintergangen, also klagt er und begibt sich in einen Kampf um Anerkennung und Gerechtigkeit. Doch der Konzern hat Geld, Macht - und Zeit.
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