KRITIK

Final Destination 3

Final Destination 3 Hollywood im Sequel-Fieber: Im Zuge der weiterhin grassierenden Renaissance des harten Horrorfilms hat Regisseur James Wong („The One”) die zweite Fortsetzung jenes Gruselthrillers gedreht, den er vor sechs Jahren selbst aus der Taufe hob. Das Prinzip von „Final Destination“ ist seither stets gleich geblieben: Ein Jugendlicher entgeht dem sicheren (Katastrophen-)Tod durch eine Vision, mit der er sich selbst und ein paar Freunde rettet. Danach wird diese Gruppe peu à peu dezimiert – denn dem Tod springt man nicht ungestraft von der Schippe. Natürlich waren die beiden ersten Teile vorrangig Demonstrationen einer Abfolge möglichst einfallsreich eingefädelter Sterbearten. Allerdings gelang es den Autoren, die bedauernswerten Jugendlichen immerhin so griffig zu charakterisieren, dass man mit ihnen mitfiebern konnte.
Dieser Vorzug, der die „Final Destination“-Filme bislang aus dem Gros der Massenware hinaushob, scheint beim dritten Teil jedoch abhanden gekommen zu sein.

Als seherisch begabte Jugendliche steht diesmal die hübsche Schulzeitungsredakteurin Wendy Christensen (gespielt von Mary Elizabeth Winstead, die seit „Sky High“ Teeniefilmerfahrung hat) im Mittelpunkt. Auf dem Jahrmarkt, den ihre Highschool-Abschlussklasse wenige Tage vor der Schulverabschiedung in ausgelassener Stimmung heimsucht, nimmt sie früh die diabolische Atmosphäre wahr. Als man dann gemeinsam in die spektakuläre Teufels-Achterbahn einsteigt, befällt Wendy ihre Schreckensvision: Die Achterbahn wird entgleisen, alle Insassen sterben. Genau wie in den beiden ersten „Final Destination“-Teilen wird die Vision zunächst auf vermeintlicher Realitätsebene vorgeführt (in allen grausigen Details) und danach erst als „Traum“ aufgeklärt. Die Ahnung reicht Wendy jedoch bereits: Sie, der Freund ihrer besten Freundin (Ryan Merriman aus „Ring 2“) und ein paar andere Klassenkameraden steigen nach ihrer Panikattacke aus, während ihr Freund Jason leider sitzenbleibt. Die Vision erfüllt sich natürlich trotzdem – und Wendy lebt fortan mit Gewissensbissen. Schlimmer noch: Der Tod will sich auch diesmal wieder all jene holen, die ihm bei der Achterbahn-Katastrophe entwischen konnten. Einfallsreich ist er immer noch.

Schon bei der Achterbahnsequenz, die gut ist, aber nicht brillant, ahnt man, dass Teil drei den Vorgängern das Wasser nicht wird reichen können: Sie hat nicht die Wucht der Flugzeugexplosion aus dem Original und erst recht nicht die der unübertroffenen Highway-Katastrophe aus der ersten Fortsetzung. Dass das Prinzip der ausgeklügelten Todesarten allmählich Ermüdungserscheinungen zeigt, beweist dann der Fortgang der Handlung: Ist das feuerheiße Ableben zweier praller Schülerinnen im Solarium noch schaurig fies anzusehen, erschöpft sich der Rest zumeist in mehr oder minder ähnlichen Varianten des Geköpft- oder Aufgespießtwerdens. Spannung will sich dabei nicht mehr so recht einstellen, zumal die Figuren allesamt schlampig eingeführt werden und den Betrachter somit wenig interessieren. Das ist besonders schlimm bei den zwei Hauptfiguren, die nach der Logik dieses (Film-)Todes als letzte Sterbeflüchtlinge an der Reihe sind: Sie können den Sensenmann zunächst überlisten, doch es folgt ein halbherziger Epilog, den sich die Filmemacher auch ganz hätten ersparen können. Denn er verrät das bisschen Zuschauerinteresse, das bis dahin für die Protagonisten aufbringbar war. Nun ja, „Final Destination 3“ ist immer noch ein solides Exemplar der aktuellen Splatter-Horrorwelle, weil es sich letztlich immer noch eher um ein sardonisches Teenie-Drama um Schuld und Verdrängung handelt als um sinnfreies Gemetzel. Doch der Reiz des Originellen ist nun passé. Zudem kann man sich auch des etwas zwiespältigen Eindrucks nicht erwehren, als habe das Sadistische das Spielerische der ersten Teile mittlerweile vollends verdrängt.



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INHALT

Schülerin Wendy Christenson hat böse Vorahnungen, die Fahrt in einer Achterbahn könne tödlich enden, und überredet eine Gruppe von Freunden in der Schlange, vom Einsteigen in den Wagen abzusehen. Tatsächlich stellt sich der vorhergesehene Unfall ein, bei dem alle Insassen in den Tod gerissen werden. In der Folge kommen die Freunde, die auf Wendys Warnungen hörten, einer nach dem anderen ums Leben - der Tod hat eben noch offene Rechnungen. Fragt sich nur, ob Wendy ihm ein Schnippchen schlagen kann.
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Eure Kritiken zu Final Destination 3

  1. Stefan

    Wesentlich besser als Teil 2. Vielleicht liegt das auch daran, dass James Wong (Idee u Regie Teil 1) wieder die Regie übernommen hat. Spannung bis zur letzten Minute. Mehr als man erwarten konnte.

  2. Kinomax

    …sorry. Ein weiterer Film aus der Reihe „ab in die Klapse“ – es gab übrigens einen wirklichen Vorfall auf einer Achterbahn in Kanada, der dem im Film gezeigten nicht unähnlich ist – auf der Achterbahn „Mindbender“ in Edmonton, Kanada, fiel 1986 ein Radsatz auseinander, der letzte Wagen des Zuges entgleiste, der Zug blieb in einem Looping hängen, rollte zurück und prallte gegen einen Betonpfeiler – fünfzehn Menschen wurden teilweise schwer verletzt, dreistarben, einer wurde teilweise geköpft. Sorry kids, aber dieser Film ist echt doofdoof (im Gegensatz zu lustigdoof) – ein weiterer Film aus der Reihe „Filmfiguren haben keine Menschenwürde“. Wenn Ihr Euch so einen Müll anschaut gibts demnächst mehr davon – also – einfach was andered kucken. z.B. „Starship Troupers“, wenns schon Blutverspritzen sein muß.

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