KRITIK

Fenster zum Sommer

Plakat zum Film Fenster zum SommerNeues aus der Abteilung „Zeitreise“: Anno Saul eröffnete 2009 in seinem Thriller „Die Tür“ Möglichkeiten, sein Leben noch einmal zu leben, in dem er seine Figuren in Parallelwelten Jahre zurückreisen ließ. Hendrik Handloekten stellt die Frage nach der perfekten Liebe und der Vorhersehung, die beide ihr Recht einfordern. In Finnland liebt die schöne Juliane (Nina Hoss, „Jerichow„) den wunderbaren August (Mark Waschke, „Buddenbrooks„), ihr Leben ist perfekt. Doch dann wacht sie auf, sechs Monate zuvor, im winterlichen Berlin, neben ihr liegt ihr Freund Philipp (Lars Eidinger, „Hell“), und den liebt sie nicht mehr. Finnland aber war kein Traum, sondern ein Blick in die nahe Zukunft.

Szene aus dem Film Fenster zum Sommer

Nina Hoss und Mark Waschke (c) Prokino

Mit den Erinnerungen an das Schöne, das noch vor ihr liegt, durchlebt Juliane diese sechs Monate noch einmal und steckt in einem Dilemma: Denn als sie August kennenlernte, starb ihre beste Freundin (Fritzi Haberland). Kann sie August diesmal kennenlernen, ohne dass es zu dieser Tragödie kommt? Weniger als philosophisches Spiel inszenierte Hendrik Handloegten („Liegen lernen“) seinen dritten Spielfilm, sondern als ein mit Anklängen an Science-Fiction, Film Noir und „Murmeltier“-Zeitschleifen arbeitendes Melodram, das vor allem um eine zentrale Frage kreist: Ist Liebe Schicksal? Könnte man also, selbst wenn man wollte, einer echten Liebe ausweichen?

Nicht immer bleibt die Verfilmung der gleichnamigen Novelle von Hannelore Valencak, die Hendrik Handloegten selbst umschrieb, frei von Logiklöchern. Aber durch die starken (Theater-)Schauspieler, allen voran Nina Hoss als Juliane, und die stimmungsvolle Farb- und Schauplatzinszenierung wird dieses „Fenster zum Sommer“ zu einem solide gebauten deutschen Genrebeitrag. Sehenswert. 



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INHALT

Ein Sommer in Finnland. Juliane (Nina Hoss) verbringt den ersten gemeinsamen Urlaub mit ihrer großen Liebe August (Mark Waschke), für den sie ihren langjährigen Freund Philipp (Lars Eidinger) verlassen hat. Ganz plötzlich wacht sie, wie durch einen Zeitsprung, wieder im verschneiten Berlin auf. War der Sommer nur ein Traum? Hin- und hergerissen zwischen Hoffen und Bangen, macht Juliane sich erneut auf den Weg in die Zukunft ...
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