KRITIK

fantastische Mr. Fox, Der

fantastische Mr Nach Spike Jonze, der Maurice Sendaks „Wo die wilden Kerle wohnen“ jüngst in eine ästhetisch tief beeindruckende Kinoversion transformierte, tritt nun schon der zweite hippe Filmemacher aus dem US-Independent-Lager an, ein beliebtes Kinderbuch zu verfilmen: Wes Anderson hat sich Roald Dahls schmalen Band „Der fantastische Mr. Fox“ (1970) vorgenommen.

Ausgerechnet Wes Anderson, könnte man skeptisch einwenden, jener filmende Autodidakt, der in den Nullerjahren mit Filmen wie „Die Royal Tenenbaums“ oder zuletzt „Darjeeling Limited“ zum Spezialisten für neurotisch zerrüttete Familienverhältnisse avancierte.

Gerade deshalb passt das doch so gut, möchte man entgegnen. Denn um Andersons Lieblingsthema geht es auch hier: Familie Fuchs, gerade vom schnöden Nullachtfuffzehn-Bau in ein schickes Heim unterm Baum auf einem Hügel umgezogen, hat mit allzu bekannten Problemen zu kämpfen: der Sohn schmollt pubertierend im Konkurrenzkampf mit seinem auf Besuch weilenden Tausendsassa-Cousin, während der nicht ausgelastete Journalisten-Vater im Kampf gegen die Midlife Crisis über die Stränge schlägt. Dumm nur, dass er dabei die Hühner der umliegenden Bauern Grimm, Grob und Gräulich reißt und bald die ganze anliegende Tierwelt vor deren militärischem Rachefeldzug in Sicherheit bringen muss.

Mit Puppen und in Einzelbild-Technik drehte Anderson dieses Herzensprojekt, ästhetisch eher Ray-Harryhausen-nostalgisch als „Coraline“-modern, ganz ohne 3D-Kunstwelten. Ein typischer Wes-Anderson-Film ist dabei herausgekommen, mit Popmusik und Action: ein Ensemble-Werk voller lapidar weggespielter Gags und trockener Dialoge.

Die werden im Original übrigens von Anderson-Freunden wie Bill Murray und Owen Wilson sowie von Stars wie George Clooney und Meryl Streep serviert; aber auch Christian Berkel und Andrea Sawatzki machen das in der deutschen Version sehr gut. Sehenswert.



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INHALT

Foxy, schlauer Fuchs mit etwas zu engem Maßanzug, unerschütterlichem Ego und der Marotte, zu pfeifen und mit den Fingern zu schnippen wie Hawkeye Pierce aus "M.A.S.H., ist ein Hallodri, unter dessen Sperenzchen die geplagte Ehefrau Mrs. Fox und vor allem Sprössling Ash zu leiden haben. Erst recht, als er anfängt, sich mit den Großbauern Bean, Boggis und Bunce an zu legen. Im Verlauf des Stellungskriegs muss die Familie Bewährungsproben, Härten und den Verlust des Schweifs von Foxy verkraften.
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