KRITIK

Fälscher, Die

Fälscher, Die Während der Berlinale wurde Stefan Ruzowitzkys Drama „Die Fälscher“ mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Es ging, wie immer, wenn Regisseure sich in die düstere deutsche Vergangenheit begeben, um die Frage, wieviel Unterhaltungskino bei der Darstellung von Nazi-Terror und KZ-Gräueln erlaubt ist. Und darum, ob nicht deutsche (und österreichische) Künstler eine besondere Sensibilität im Umgang mit jüdischen Schicksalsgeschichten beweisen müssten. Tatsächlich aber legt es der Wiener Ruzowitzky, der zuvor „Anatomie 2“ inszeniert hat, weder auf Tabubruch noch auf Unbefangenheit an. Der zentrale Gewissenskonflikt wird sehr ernst genommen, bloß verzichtet Ruzowitzky darauf, sich in Sprache und Ausstattungsdetails einem dokumentarischen Zeitkolorit anzudienen.

„Die Fälscher“ basiert auf den Erinnerungen des KZ-Überlebenden Adolf Burger – als Buch unter dem Titel „Des Teufels Werkstatt“ erschienen –, der zu einer Gruppe von jüdischen Häftlingen zählte, die im Konzentrationslager Sachsenhausen ab 1942 am „Unternehmen Bernhard“ mitzuwirken hatten, der wohl größten Geldfälschungsaktion aller Zeiten. Es ging den Nazis darum, mittels Massenproduktion von Pfund- und Dollarblüten die Wirtschaftskraft des Kriegsgegners zu schwächen und die eigenen Devisen-Vorräte aufzufüllen. Die Beteiligten genossen dafür Privilegien, die besonders den wackeren Kommunisten Burger (leider recht eindimensional: August Diehl) in Nöte stürzen. Er setzt auf Sabotage des Unternehmens, wo der geniale Fälscher Salomon Sorowitsch (Karl Markovics), als Filou mit Chuzpe eingeführt, sich mit den Verhältnissen zu arrangieren und ganz einfach zu überleben versucht.

Sicher, manchmal wirkt der sehenswerte Film etwas hölzern. Doch zumal Devid Striesows schnoddriger KZ-Kommandant Herzog, der einen ungeheuer heutigen Vortrag über Mitarbeiter-Motivation hält, bleibt im Gedächtnis.



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INHALT

Die letzten Kriegstage: Im Konzentrationslager Sachsenhausen ist die groesste Geldfaelschaktion aller Zeiten in vollem Gange: Mit Millionen gefälschter britischer Pfund soll die Wirtschaft des Gegners geschwaecht und in die Knie gezwungen werden. Durchgefuehrt wird die Aktion von Inhaftierten des KZ unter Leitung des renommierten Faelschers Salomon Sorowitsch, die durch ihre Mitarbeit ungeahnte Privilegien im Angesicht des nackten Horrors erhalten. Je laenger sie den Status als bessere Gefangene innehaben, desto mehr kämpfen sie mit ihrem Gewissen.
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Eure Kritiken zu Fälscher, Die

  1. Wolf

    Ein im Ansatz gut gemeinter Film, dem aber auf Grund seiner eher dürftigen und voraussehbaren Handlungsabfolge die notwendige dramatische Entwicklung fehlt.

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