KRITIK

Falco – Verdammt wir leben noch

Falco - Verdammt wir leben noch Als seine Single „Rock me Amadeus“ im März 1986 Platz 1 der US-Charts erreicht, lassen Falcos Manager die Korken knallen. Der Sänger selbst aber, eben noch leutselig und überdreht, wird ganz ernst. Er weiß, dass seine Karriere jetzt gerade im Zenit steht und dass von genau diesem Moment an alles nur noch talwärts gehen wird: „Jetzt werden`s mich erst wieder ganz lieb haben, wenn ich ganz tot bin.“

Das Leben von Falco, Österreichs größtem Popstar seit Mozart, war von Anfang an filmreif: Im rasanten Aufstieg spürte er immer schon die Saat der nächsten Niederlage aufgehen, auf kokainbefeuerte Allmächtigkeitsräusche folgten bleierne Depressionen, auf wilde 80er ernüchternde 90er Jahre. Die Fallhöhe war am Ende riesig, an Falcos Laufbahn lässt sich exemplarisch die Absturzgefahr

Von Beginn an lässt Regisseur Thomas Roth („Kaliber Deluxe“) Falco auf den frühen Tod zusteuern: Immer wieder schneidet er die Minuten kurz vor seinem drogenumnebelten (Unfall-)Tod 1998 in der Dominikanischen Republik in den Plot hinein, und Grace Jones, ein anderer Popstar der 80er, sieht als Todesengel dabei zu. Der Rest dieses Biopics ist konventioneller: Aus dem kleinen Hansi Hölzel wird trotz dominanter Mutter ein Star, es gibt Schaffenskrisen, Drogenabstürze, Dauersuff, Frauenverschleiß, private Desaster, Jubel und später viele Flops. Roth erzählt das als Kolportage, aber effizient.

Ein Glücksfall aber, eine Sensation fast, ist Manuel Rubey in der Titelrolle. Der Newcomer (auch er ein Sänger) sieht dem schmallippigen Falco nicht nur verblüffend ähnlich, er hat auch dessen barocke Gestik und näselnde Wiener Sprechweise verinnerlicht. Trotzdem leistet er viel mehr als bloße Mimese: Von der arroganten Pose zur wehleidigen Weinerlichkeit zieht er mühelos alle Register. Erstaunlich.



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INHALT

Österreich, Anfang der 80er Jahre: Der Musiker Hans Hölzel landet als Falco mit "Rock me Amadeus" den ersten und bislang einzigen deutschsprachigen Nummer-1-Hit in der Geschichte der amerikanischen Billboard-Charts. Die Lebensgeschichte des am 19. Februar 1957 geborenen Wieners führt über die frühe Entdeckung seiner musikalischen Begabung und die Szenebands "Hallucination Company" und "Drahdiwaberl" zu seinen großen internationalen Erfolgen als Falco.
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Eure Kritiken zu Falco – Verdammt wir leben noch

  1. Kinofreak

    Dies ist wirklich ein überraschend guter Film, auch wenn man gar kein Falco-Fan ist. Und wer, bitteschön, ist dieser hinreißende Hauptdarsteller?

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