AKTUELL IM KINO

Fack Ju Göhte 3

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Bild (c) 2017 Constantin Filmverleih.

Wie sagte es so schön der geschäftstüchtige Moderator Johannes B. Kerner, als man ihn auf seine zahllosen Werbe-Auftritte ansprach? „Man muss die Tonne rausstellen, solange es regnet.“ So halten es auch Constantin Film und Regisseur Bora Dagtekin: Sie pressen aus ihrem monströs erfolgreichen „Fack ju Göhte“-Franchise (Teile 1+2 Einspiel weltweit 152 Mio. Euro) ingesamt alles raus, was geht. Im Kino läuft jetzt der angeblich letzte Teil, der „Final Fack“.

Doch schon die zweite Episode (2015), in der Dagtekin seine Klasse „bildungsresistenter Arschlöcher“ nach Manier seines Hits „Türkisch für Anfänger“ gen Thailand schickte, zeigte, dass sich der Mix aus unkorrekten Dialogen, parodistischem Slapstick und Pennälerpossen-Standards nicht so leicht auf Reihe strecken ließ. Das wirklich lustige Original von 2013, längst ein Klassiker, lebte von der cartoonhaften Überzeichnung sowohl des aus niederen Gründen in den Lehrdienst geratenen Anti-Pädagogen Zeki Müller (Elyas M´Barek) als auch der Gesamtschüler Chantal (Jella Haase), Danger, Zeynep und Co. Je mehr man über sie erfuhr, je mehr „Charakter“ sie bekamen, desto abträglicher war es der Komik.

Szene-aus-dem-Film-Fack-ju-Goehte-3-Lehrerinnen-Riemann-Glas-Hueller-mit-KaffeebecherDer dritte Teil beginnt nun erneut sehr komisch, wenn die Schüler von der Frau im Berufsinformationszentrum (Corinna Harfouch) ihre betrüblichen Aussichten (Klärwerk! Altenpflege!) prognostiziert bekommen und danach ein Herr Badebrecht vom Kulturministerium (Michael Maertens) das letzte Stündlein der Goethe-Schule einläutet. Rektorin Gerster (Katja Riemann) reagiert mit einem Maßnahmenkatalog, dessen Erfüllung den Rest der mit zwei Stunden deutlich zu langen Klamotte in Anspruch nimmt.

Unter anderem sollen die Schüler Abi-fit gemacht werden. Noch mehr als bisher zerfällt Teil drei in reichlich wirr aneinandergeklebte Episoden, von denen viele betrüblich platt daherkommen: Wo früher der Wortwitz tobte, wird jetzt mit Zäpfchen hantiert und in Kunstwerke defäkiert. Auf jeden tollen Auftritt (Uschi Glas, Irm Hermann) kommen fünf doofe Gags. Bezeichnend ist, dass Sandra Hüller (als Lehrerin Biggi Enzberger) in „Toni Erdmann“ witziger war als hier.

Am Ende wird es sogar regelrecht moralisch. Spätestens da weiß man: Ist auch gut gewesen jetzt.

 

 

Kritikerspieegl Fack ju Göhte 3 - Final Fuck



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
3/10 ★★★☆☆☆☆☆☆☆ 


Christian Gertz
nadan... Wochenschau, mehrfilm.de
3/10 ★★★☆☆☆☆☆☆☆ 


Durchschnitt
3/10 ★★★☆☆☆☆☆☆☆ 


Weitere Noten zu aktuellen Kinofilmen findest Du in unserem Kritikerspiegel.



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