KRITIK

Exorzismus der Emily Rose, Der

Exorzismus der Emily Rose, Der
Das Gesicht des Mädchens ist zur Fratze verzerrt, der Körper bäumt sich auf wie von unsichtbaren Peitschenschlägen gepeinigt, die Arme reißen an den Fesseln, mit denen es ans Bett gebunden ist. Es stößt blasphemische Flüche in tiefster Tonlage aus, kotzt grüne Galle in sattem Schwall – derweil ein Priester auf das Mädchen einpsalmodiert, um den Leibhaftigen auszutreiben.

William Friedkins Horrormoritat „Der Exorzist“, dem diese eindrückliche Szene einer Besessenheit entstammt, gilt als unerreichter Klassiker des Satanisten-Genres. Selbstverständlich weckt nun Scott Derricksons Jenseitssuche „Der Exorzismus von Emily Rose“ Erinnerungen an Friedkins Beschwörung der Finsternis, schon des Titels wegen, und auch, weil bereits der Trailer die Erwartungen mit Bildern vom Teufelsringkampf der tragischen Heldin in Richtung Hölle lenkte. Tatsächlich aber hat Derrickson einen Gerichtsthriller inszeniert, der durchaus nicht spannungs-, aber doch weitgehend gruselfrei und ohne Ekelorgien verläuft.

Die gewiefte Anwältin Erin Bruner (eine großartige Laura Linney) soll Pater Moore (Tom Wilkinson) verteidigen, der wegen des Todes der jungen Emily Rose vor Gericht steht. Er hat sie einem erfolglosen Exorzismus unterzogen, entgegen dem Rat der Ärzte, die bei der jungen Studentin eine seltene Form von Psychose und Epilepsie diagnostizierten. In distanzierten Rückblenden vollzieht der Regisseur und Autor Derrickson die Qualen der vermeintlich Besessenen in ihrem Kampf ums Seelenheil nach, im Gerichtssaal lässt er Wissenschaftler und Gläubige um die Deutungshoheit des Falles streiten. Seine Geschichte, die recht vage auf tatsächlichen Geschehnissen im Bayern der 70er Jahre basiert, vermag als Plädoyer für das Übersinnliche, für das Mystische zu fesseln, ergreift allerdings zu früh, zu eindeutig Partei.



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INHALT

Eine neunzehnjährige Studentin stirbt bei einer offiziellen Teufelsaustreibung der Katholischen Kirche. Anwältin Erin Bruner übernimmt die Verteidigung von Priester Moore, der das kontroverse Ritual leitete. Moore weigert sich, irgendeine Schuld einzugestehen und möchte im Rahmen der Gerichtsverhandlung seine Sicht der Dinge darlegen. In dem forschen Staatsanwalt Ethan Thomas, einem überzeugten Methodisten, finden er und Erin jedoch einen zähen Gegner. Nach und nach ereignen sich immer mehr mysteriöse Dinge um Verteidigerin Erin.
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Eure Kritiken zu Exorzismus der Emily Rose, Der

  1. Maik02

    Der totale Grusel. Wer hier von wenig spannendem Gerichtsthriller schreibt, ist entweder total abgezockt oder hat keine Nerven. Einige Szenen hauen einen schlichtweg aus dem kinosessel. Also für alle Fans, der lohnt sich.

  2. Cinderella

    Ein blöder Film. Und er soll tatsächlich auf einer wahren Begebenheit beruhen? Ob da nicht Hollywood etwas übertrieben hat? Na ja, Grusel hin Grusel her, der Film war langweilig.

  3. Mattin

    Langweilig bis der Arzt kommt!Wieder mal so ein überflüssiger, gewohnt hohler Disney Streifen. Herr, lass Hirn regnen!

  4. marco

    HalloSkandar Keynes ist mein Idol!!!

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