KRITIK

Evan Allmächtig

Evan Allmächtig Die meisten Menschen, selbst unzählige unter den Bibelfesten, haben es nicht gewusst: Die Geschichte von Noah und seiner Arche ist keineswegs eine Apokalypse, sie handelt nicht wirklich vom zornigen Gott und seinen gerechten Strafen. Nein, die Geschichte ist ihrem Wesen nach eine Lovestory. Schließlich kommen die Tiere alle paarweise an Bord, und die Arche ist ein großes Familienboot.

In Tom Shadyacs „Evan Allmächtig“ steigt der Herr, der wie der Schauspieler Morgan Freeman aussieht und ins Blütenweiß eines Motivationsgurus gekleidet ist, höchstpersönlich vom Himmel, um einem seiner Schäfchen die Augen zu öffnen und ihn zum Tier-Transporteur zu machen.

Ach, all die Paare! Da denkt man kurz an die unfreiwillig komischen Biologie-Erläuterungen in „Mein Kampf“, wie sich in der Natur die Tiere finden („Der Wolf geht zur Wölfin, die Hausmaus zur Hausmaus“).

Aber das schiebt man schnell beiseite, denn eine Hollywood-Komödie ist erstens nicht verpflichtet, sich den Schwulen und Singles unter den Tieren anzunehmen, und zweitens hat man ganz andere Sorgen: zum Beispiel, zu Tode gelangweilt selbst seinem Schöpfer gegenübertreten zu müssen.

Den ersten Teil dieser göttlichen Komödie bestritt noch Jim Carrey, immerhin so etwas wie ein schauspielerischer Lichtblick. In der Fortsetzung nun kaspert sich der amerikanische Fernseh-Heini Steve Carell durch ein Drehbuch, das im Gnadenreich jenseits von Gut und Böse wurzelt.

Steve Carell spielt den frisch gewählten Kongressabgeordneten Evan Baxter, der mit seiner Familie gerade eine feudale Vorortvilla bezogen hat und bereit ist, das süße Leben eines skrupellosen Politikers zu führen.

Doch ER hat andere Pläne mit Evan, befiehlt dem ungläubigen Thomas, eine Arche zu bauen, weil bald die große Flut kommen wird. ER hext ihm Rauschebartwuchs ins Gesicht und zwingt ihn, eine Kutte zu tragen.

Klar, dass alle Menschen um ihn herum, inklusive seiner Familie, Evan für einen faselnden Spinner halten – doch siehe, die Dämme brechen. Vorweg genommen: Der Gott dieses Films rettet die Bewohner einer reichen Vorortsiedlung und überlässt Afrika dem Roten Kreuz. So geht es zu auf dieser Welt, doch selbst im Lande der Kreationisten war das ein Flop



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INHALT

Evan Baxter ist der Sprung vom kleinen Nachrichtensprecher eines lokalen Senders in New York zum Kongressabgeordneten in Washington gelungen. Dass er von Gott persönlich dazu angehalten wird, einer Sintflut vorzubeugen und als moderner Noah eine Arche zu bauen, passt nicht ganz in seine Pläne. Doch als unvermittelt sein Bart zu wachsen beginnt und auch andere Vorzeichen eintreten, erkennt Evan, dass er nicht seinem Land, sondern der ganzen Menschheit dienen muss.
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