KRITIK

Erzähl mir was vom Regen

Erzähl mir was vom Regen Alain Resnais, für dessen grandiosen Reigen „Das Leben ist ein Chanson“ sie das Drehbuch schrieben, taufte sie einst das „Team JaBac“: Agnès Jaoui und Jean-Pierre Bacri, Schauspieler-Ehepaar und als Autoren- und Regie-Doppelgespann ein Unikat im französischen Filmwesen.

Nach den wunderbaren Pariser Salon(tragi)komödien „Lust auf Anderes“ und „Schau mich an!“ lassen sie ihr neuestes Ensemblestück in Südfrankreich spielen: Dorthin, in ihre Heimat, muss die Feministin und Neu-Politikerin Agathe Villanova (gespielt von Jaoui selbst) zurückkehren, um Wahlkampf zu betreiben. Das Team JaBac hat dort ein bewährtes Trüppchen verlorener Figuren versammelt, das direkt oder über Bande miteinander verbandelt ist und vor allem eines ausgiebig tut: reden und klagen. Nicht nur übers miese Sommerwetter übrigens, das sich bald symbolisch als Gewitter entlädt, sondern vor allem über Fragen der Gleichberechtigung und der Emanzipation in zahllosen Hinsichten.

Ein kurioses Filmteam aus wütendem algerischen Haushältersohn und verkrachtem Fernsehreporter (Bacri), das Agathe porträtieren will, stellt den strukturellen Rahmen auf, sorgt aber auf Dauer für etwas grobe Pointen. Wie überhaupt der Film in Sachen Charme und Witz nicht an frühere JaBac-Filme heranreicht. Wer die Provence aber auch sonnenlos schätzt, wird sich davon nicht abschrecken lassen.



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INHALT

Agathe Villanova, erfolgreiche, engagierte Feministin mit politischen Ambitionen, muss der Quote wegen zum Wahlkampf nach Südfrankreich reisen, ausgerechnet in den Ort ihrer Kindheit. Sie verbindet diese Reise mit einem Kurzurlaub bei ihrer Schwester Florence, um endlich den Nachlass der Mutter zu entrümpeln. Der Himmel ist grau, es regnet im August, und das allein ist schon kein gutes Ohmen: Florence verhält sich merkwürdig, ihr Geliebter, der TV-Journalist Michel, verspricht sich von einem Porträt über Agathe ein Comeback beim Fernsehen, und sein Partner Karim, Sohn der Haushälterin von Agathes Familie, begegnet der erfolgreichen Frau eher skeptisch.
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