KRITIK

Ernst sein ist alles

Ernst sein ist alles Eine Frau, deren allersehnlichster Wunsch seit schwärmerischen Jugendtagen es ist, einen Mann namens Ernst zu heiraten, sollte sich eigentlich das Köpfchen kurieren lassen. Wenigstens aber möchte man meinen, dass derlei verschrobene Obsessionen nicht eben häufig auftreten.
Pustekuchen! Zumindest bei Oscar Wilde, dem spitzzüngigen König des gepflegten Salon-Snobimus, wimmelt es nur so vor feinen Gesellschaftsdamen, die auf den Ernst im Taufpass ihres Zukünftigen weit mehr Wert legen als auf Tischsitten und Betuchtheit.
In Wildes Theaterposse „Bunbury“, einer heftig mit dem Kalauer flirtenden Seifenoper des 19. Jarhunderts, dreht sich das Liebes-Karussell folglich um entscheidende Vornamensfragen – und luftige Flunkereien. Ein Stoff, der sich aufgrund seiner lieblich anachronistischen Sottisen bestens für eine leicht aufgeputzte Verfilmung im Kostüm der viktorianischen Epoche eignet.
Regisseur Oliver Parker, der sein Händchen für Klassik mit der Shakespeare-Adapation „Othello“ bewiesen und sich als Wilde-Verehrer bereits mit „Ein perfekter Ehemann“ hervorgetan hat, schwelgt hier dementsprechend lustvoll in den Sommergärten der englischen Oberschicht, deren Etikettenschwindel recht vergnüglich zelebriert wird.
Sicher, Oscar Wildes Faible für gediegene Frivolitäten blüht bisweilen auf. Doch ohne die exzellenten Schauspieler wäre der Verlobungs-Ringelreihen ungenießbar. Und was das titelgebende Namensspiel betrifft: auch Leslie Nielson durfte bei den Zucker-Brüdern auf die Frage „Meinen Sie das ernst?“ entgegnen: „Das meine ich, und nennen Sie mich nicht Ernst. Patrick Wildermann



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INHALT

Der pfiffige Dandy Algernon Moncrieff hat einen kranken Freund, den bemitleidenswerten Bunbury, erfunden, um sich lästigen Verpflichtungen entziehen zu können. Sein Geistesverwandter Jack Worthing hingegen entflieht seinem reizlosen Landsitz gern unter dem Vorwand, den nicht existenten Bruder Ernst umsorgen zu müssen.
Kompliziert wird diese Farce erst, als die Herzensdinge dazwischen funken. Algernon verliebt sich in Jacks Mündel Cecily, allerdings in der Maske des imaginären Ernst. Worthing wiederum macht der bezaubernden Gwendolen den Hof, was deren Mutter (Judie Dench) missbilligt, weil Jack ein Findelkind ist.
Die wahren Verwicklungen aber folgen erst und gipfeln in einer finalen Zusammenkunft, in deren Zuge ungeahnte Familienverbandelungen in bester Groschenroman-Manier enttarnt werden. Hier der Trailer..
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Eure Kritiken zu Ernst sein ist alles

  1. Ruth

    Wilde´ s BeziehungsgeflechtOscar Wildes wilde Beziehungskomöide, mal lustig, mal charmant, meist sehenswert. Rupert Everett ist wieder einmal klasse..

  2. ceri

    superich fand den film wirklich toll. er ist absolut empfehlenswert

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