KRITIK

Erlösung

Bild (c) NFP / Warner.

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Die dritte Verfilmung der Morck-Krimis des dänischen Bestseller-Autors Jussi Adler-Olsen, so richtig großartig ist auch diese dritte Folge nicht geworden. Trotzdem ist es bislang die beste. Die beiden vorangegangenen Adaptionen gefielen zwar mit konsequenter Düsternis und einem schön antagonistischen Ermittler-Duo. Die eigentlichen Fälle aber fielen, runtergestrippt auf Spielfilmlänge, enttäuschend stereotyp aus, die meisten Charaktere waren so eindimensional wie ihre reißerischen (deutschen) Titel („Erbarmen„, „Schändung“). Vielleicht fällt „Erlösung“ nun gerade deshalb etwas einfallsreicher aus, weil sich der norwegische Regisseur Hans Petter Moland („Einer nach dem anderen„) nur relativ lose an Adler-Olsens Roman hält.

Das Kopenhagener Sonderdezernat Q für Ungeliebtes aus der Altfalltonne, bestehend aus dem verkrachten Vizekommissar Morck (Nikolaj Lie Kaas, „Dänische Delikatessen“), seinem Assistenten Assad (Fares Fares, „Kops“) und der im letzten Film eingeführten jungen Kollegin Rose (Johanne Louise Schmidt), kommt diesmal über eine mysteriöse Flaschenpost einer Jahre zurückliegenden Kindesentführung und auch einem aktuellen, fast identischen Fall auf die Spur. Die Ermittlungen führen in eine freikirchliche Gemeinde auf Jütland: Wie damals haben die Eltern das Verschwinden des Kindes nicht gemeldet, außerdem geistert dort ein „Missionar“ umher, der sich für den Sohn des Teufels hält.

Szene_ErloesungGespielt wird dieser von Pal Sverre Hagen („Kon-Tiki“) mit schmeichelnder Stimme und Psychopathenblick. „Erlösung“ ist kein herkömmlicher Rätselkrimi – der Täter steht früh fest. Seine Qualitäten hat der Film eher als Charakterdrama und immer dann, wenn sich die ungleichen Detektive über Glaubensfragen austauschen, um in das Denken der abweisenden Gemeinde einzusteigen: Die rotzig vorgetragenen Argumente des in so ziemlichen allen Hinsichten desillusionierten Atheisten Morck und des gläubigen Muslims Assad befruchten sich dabei auf spannende Weise.

Teilweise durchaus heftig geht es schließlich dem actionreichen Finale entgegen, das dem bewährten skandinavischen Krimistandard allerdings keine neuen Aspekte abgewinnen kann.

 

 

Kritikerspiegel Erlösung



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
7/10 ★★★★★★★☆☆☆ 


Frank Brenner
choices, FRESH, etc.
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Durchschnitt
7.5/10 ★★★★★★★½☆☆ 


 



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