KRITIK

Eragon

Eragon Es war einmal, in einem fernen Land, da herrschte ein böser König, der seine Untertanen furchtbar knechtete. Einzig ein naseweiser Bauernjunge, der ausersehen war, die Nachfolge der legendären Drachenreiter anzutreten, wagte es, ihm die Stirn zu bieten. Klingt, als hätte sich das ein viel gehänselter Schüler zwischen zwei Partien Playstation ausgedacht? Stimmt auch fast.

„Eragon“, dieser in 41 Ländern veröffentlichte, sensationell erfolgreiche Fantasy-Roman, stammt von einem amerikanischen Jungen namens Christopher Paolini, der 15 Jahre alt war, als er die Geschichte auf dem heimischen Sofa in Notizbücher zu kritzeln begann. Paolini ersann eine Fabelwelt, die wie eine Reader`s-Digest-Mischung aus „Herr der Ringe“ und „Star Wars“ wirkt, besiedelte sie mit allerlei Bösewichten und Helden und gab ihnen Namen, die so klingen, als würde jemand mit vollem Mund Gälisch reden.

Bei der Computer-Niederschrift des zum Trilogie-Auftakt angewachsenen Groschen-Romans hörte der Knabe Beethoven und Wagner, fürs Finale legte er sich „Carmina Burana“ auf. Ganz erstaunlich. Und selbstverständlich begrüßenswert, dass Paolini seine pubertären Allmachtsfantasien in popmythologische Form gebracht hat, statt über „Counter Strike“ zu verrohen.

Weshalb die putzige Geschichte jetzt verfilmt wurde, steht außer Frage, warum dabei Schauspieler wie Jeremy Irons und John Malkovich mitwirken, bleibt schleierhaft – sicher nicht der Dialoge wegen. Beschworen wird auch in der Kinoversion des gelernten Effekt-Bastlers Stefen Fangmeier bloß in schlichten Worten die einfältige Dreiheiligkeit aus Heldenmut, Opferbereitschaft und Glaubensfestigkeit.

Immerhin, die Freundschaft zwischen Mensch und Tier, sie zeitigt hier helle Momente. Der junge Eragon (Ed Speleers) findet eines Tages im Wald ein zäpfchenförmiges Ei, aus dem schon bald ein Drache schlüpft. „Ich bin Saphira“, spricht das Fabeltier mit der samtenen Stimme der Popsängerin Nena, „und Du bist mein Reiter!“ Welcher Mann träumte nicht davon, einmal im Leben genau diesen Satz zu hören?



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INHALT

Zufällig stößt der 15-jährige Eragon im Wald auf einen blau leuchtenden Stein, der sich als Drachenei entpuppt, aus dem der Drache Saphira schlüpft. Mit einem Mal macht der unerbittliche König Galbatorix Jagd auf Eragon und tötet seine Familie. Mit Hilfe von Saphira und dem Geschichtenerzähler Brom macht sich der Junge auf die Suche nach den Mördern und er erfährt von Brom das Geheimnis der Drachenreiter, zu denen Eragon gehört und die der Grund für den Hass von Galbatorix auf ihn sind.
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Eure Kritiken zu Eragon

  1. McLoud

    Unterirdisch! Bin nach einer Stunde rausgegangen. Man wünscht diesem Eragon – Milchgesicht und seinem beknackten Drachen und der ganzen übrigen Bande einen von Mel Gibsons kernigen Maya an den Hals, der dann ordentlich aufräumt… Unerträglich. Ich hätte gewarnt sein müssen, als ich las, dass der Film der Feder eines 15 jährigen Tolkien-Fans (der nebenbei bemerkt KEINE Phantasie hat) entsprungen ist. Ich lese seit 20 Jahren Fantasy. DON`T DO IT. Würg. Spendet das Geld lieber zu Weihnachten wohltätigen Zwecken!

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