KRITIK

Er steht einfach nicht auf Dich

Er steht einfach nicht auf Dich Im Original ist der Titel, der nach Teenieklamotte klingt, aber doch Twenty- und Thirtysomethings locken will, viel präziser: „He`s just not that into you“ betont vor allem die Tatsache, dass hier jemand „nicht so sehr“ auf jemanden steht.

Und dies „nicht so sehr“ zielt ab auf das Beziehungs-Ungefähr in unserem Internetzeitalter, in dem der Status von Liebesaffären per Handy, SMS, Facebook oder Twitter ganz schnell und abrupt gewechselt werden kann: Er steht zwar auf dich, ein bisschen, aber nicht so sehr. Nicht so sehr, dass es zur Ehe reichen könnte.

Was also zur cleveren Versuchsanordnung über die Entscheidungsschwäche großstädtischer Liebessuchender hätte entwickelt werden können, entpuppt sich dann schnell als banaler Liebeleien-Reigen. Wie in Leander Haußmanns vergurkter Posse „Warum Männer nicht zuhören . . .“ wird der dokumentarische „Ratgeber“-Rahmen (der Film basiert auf einem US-Bestseller) lediglich vorgetäuscht, um 130 zusehends bleierner werdende Minuten lang altbekannte Liebes- und Entliebungsgeschichten auszubreiten.

Dafür hat Ken Kwapis, der schon mit „Lizenz zum Heiraten“ seine mittelmäßige Begabung als Regisseur romantischer Komödien unter Beweis stellte, immerhin Stars zur Verfügung. Scarlett Johansson zum Beispiel. Sie spielt wieder einmal die Geliebte eines verheirateten Mannes. Dessen Gattin gibt Oscar-Preisträgerin Jennifer Connelly mit Hang zum Outrieren. Oder aber Drew Barrymore, die hier den Part der medienkritischen wie mediensüchtigen Medienkarrieristin spielen muss. Und noch Jennifer Aniston, deren Filmbeziehung zu Ben Affleck zerbirst, weil er sie nicht wirklich heiraten will. Witzig ist das nicht, neu auch nicht und rührend schon gar nicht.

Am stimmigsten ist noch der Handlungsstrang um Gigi, die sinnlos einem Mann hinterherläuft, der „nicht so sehr“ auf sie steht, und dafür am Ende einen Barmann kriegt. Ginnifer Goodwin („Walk the Line“) und Justin Long („Stirb langsam 4“) spielen das bei aller Vorhersehbarkeit so nett, dass man zumindest momentweise erahnen kann, was, mit deutlich mehr Ambition in Regie und Buch, aus dieser Geschlechteranalyse hätte werden können.



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INHALT

Demütigungen beim Daten sind Gigi vertraut, wenn Typen sich nicht melden und sie zur Telefonstalkerin wird. Nicht angerufen, sondern geliebt oder geheiratet werden wollen ihre Kolleginnen Janine, deren Ehe kriselt, und Beth, die sich trotz gefundenem Glück nur nach dem einen Ring sehnt. Unbeeindruckt davon sucht Gigi Mr. Right. Könnte es Alex sein, der ihr die Männer endlich erklärt und sich als guter Freund erwiesen hat?
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Eure Kritiken zu Er steht einfach nicht auf Dich

  1. Ingo

    Trotz Starbesetzung ist der Film eine große Enttäuschung. Die Leistungen wirken uninspiriert, die Geschcíchte gleicht einem Flickenteppich. Ich habe mich auch in der OmU gelanglweilt.

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