KRITIK

Emmas Glück

Emmas Glück Als die Kölner Journalistin Claudia Schreiber vor einigen Jahren den Roman „Emmas Glück“ schrieb, da hatte sie, wie sie heute erzählt, gleich den Wunsch und die Hoffnung, dass der Stoff einmal ein Film wird. Überraschend schnell konnte sich nicht nur ein Verlag für „Emma“ begeistern, sondern tatsächlich bald auch eine Filmproduktionsfirma.
Mit 100.000 verkauften Exemplaren vor dem Kinostart und Übersetzungen in bislang fünf Sprachen darf man bei „Emmas Glück“ getrost von einem „Bestseller“ sprechen. Ein Roman, der sich wohl weniger durch eine hohe literarische Qualität auszeichnet als durch eine anrührende Geschichte, eine tolle Charakterzeichnung und die perfekte Kombination aus Drama und Komödie. Keine schlechte Grundlage für einen Kinofilm also.

Claudia Schreiber erarbeitete zusammen mit Ruth Toma („Solino“, „Erbsen auf Halb 6“) das Drehbuch für den Film und sorgte so dafür, dass die Charaktere des Romans auch auf der Leinwand ausreichend akzentuiert sind und trotz aller Änderungen am Verlauf der Handlung die „Essenz“ der filmischen Darstellung, wie sie selbst klarstellt, erhalten blieb. Der Film beschränkt sich seiner Natur gemäß auf die äußere Handlung. Er ist frei von Rückblenden, während ein zuvor erschienenes Hörspiel, direkt im Anschluss an das Buch, sich viel mehr den psychologischen Aspekten der Protagonistin widmete. Die Figuren im Film sind so wie sie sind und es gibt keinen Versuch einer Erklärung, warum dies so ist.

Leider geht durch diese Reduktion auch einiges an Komik verloren. Ein unfairer Hinweis zwar, aber bei der besuchten Preview gab es vor dem Film einige ausgesuchte Leseproben (inklusive „toter Schweinehälften“) von Claudia Schreiber, die – im direkten Vergleich mit den entsprechenden Filmszenen – erhellend, erheiternd oder auch nur ergänzend wirkten. Nicht nur ich hätte vermutlich ohne das vorherige Vorlese-Erlebnis am Film deutlich weniger Spaß gehabt.

„Emmas Glück“ fängt sowohl das Gefühl der Abgeschiedenheit auf dem einsamen Bauernhof, als auch des kleinen wie des großen Glücks sowie des Sommers auf dem Land ganz wunderbar ein. Die Reduktion auf das Wesentliche, verkörpert durch nur eine Handvoll Schauspieler, ist wohltuend. Die Kamera von Daniel Knapp nimmt sich oft Zeit, einfach auf einem Gesicht oder auf einer Szene zu verharren, so dass der Film eine angenehme Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt. Trotz des schweren Themas driftet „Emma“ dabei aber nie zu sehr ins Rührselige ab.

Gar nicht hoch genug zu loben ist Jördis Triebel in der Titelrolle und in ihrer ersten Kinoarbeit. Sie ist als Emma ein Glücksgriff und kann die Verschrobenheit der jungen Bäuerin wunderbar transportieren. Jürgen Vogel fällt dagegen ab und Hinnerk Schönemann als Dorfpolizist spult mal wieder sein Standardrepertoire ab (das allerdings gut ist).

Eklige Sezenen gibt es einige, wobei die Beschreibungen im Buch sehr viel deutlicher sind. Wer hingegen immer schon einmal wissen wollte, wo genau die Bauchspeicheldrüse im Schweineinneren zu finden ist? … Ob ich dagegen unzählige Male Jürgen Vogel hätte kotzen sehen müssen, weiß ich nicht. Als Zuschauer möchte man oft und gern ausrufen: „Ja, ich hab schon verstanden, danke“. „Emmas Glück“ ist dennoch schönes Kino, großes Kino, Kino für den Sommer. Hier sollte man auf keinen Fall lange auf die Fernsehausstrahlung warten.



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INHALT

Autoverkäufer Max erhält eine vernichtende Diagnose: Krebs, Endstadium. Das Restleben will nun aber wenigstens genossen werden. Kurzerhand greift Max in die Kasse des Chefs und türmt mit dem Jaguar nach Mexiko, wie ihm naiv vorschwebt, schafft es jedoch nur bis zu einer scharfen Kurve auf dem Land, wie es das Schicksal will. Dort strandet er auf dem Hof der Schweinezüchterin Emma. Sie lebt allein als Schweinezüchterin auf dem heruntergekommenen und hoffnungslos verschuldeten Hof ihrer Familie. Und sie eröffnet dem verstörten Städter ein paar völlig neue Perspektiven.
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Eure Kritiken zu Emmas Glück

  1. snooge

    Wow… Was ein Kribbeln unter der Haut.

    Ein wirklich wunderbar und an machen Stellen auch skurieler Film, der zum Lachen, Weinen und Nachdenken anregt…

    Son einfaches aber glückliches Leben wie die Darsteller will man doch eigentlich auch leben- und sterben?

  2. nina

    welch ein glück, dass es noch solche filme gibt. einfach pur und völlig frei von materialismus. beide hauptdarsteller überzeugen, und schnitt und musik tun ihr weiteres für einen wirklich gelungenen film. schade nur, dass vieles vorhersehbar bleibt.

  3. Gutzi

    Nicht unbedingt spektakulär, aber sehr liebevoll inszeniert und wird von sämtlichen SchauspielerInnen, insbesondere Jördis Triebel, großartig dargestellt.

    Ein kleiner Film über die große Liebe – vielleicht ein bißchen zu rund, vielleicht ein bißchen zu nett, aber durchaus unterhaltsam.

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