KRITIK

Elizabeth – Das Goldene Königreich

Elizabeth - Das Goldene Königreich Man nannte sie die jungfräuliche Königin, und sie selbst sagt über sich am Ende dieses Films, im Arm das Kind einer anderen Frau: „Unverheiratet, habe ich keinen Gebieter. Kinderlos, bin ich die Mutter meines Volkes. Gott gebe mir die Kraft, diese Freiheit zu tragen.“

Historikern zufolge soll Elizabeth I. zwar von einer „mighty burden“, also einer großen Last gesprochen haben, aber Regisseur Shekhar Kapur und seine Drehbuchautoren William Nicholson und Michael Hirst erzählen gleichwohl von einer Bürde, jener des Verzichts aus freien Stücken. Wo vor beinahe zehn Jahren der Film „Elizabeth“ in der Krönungszeremonie einer Regentin wider Willen Abschluss und Höhepunkt fand, Elizabeth‘ Gesicht zur eiserner Maske erstarrt, handelt die Fortsetzung von der unmöglichen Balance zwischen politischer Räson und privatem Glück.

Hintergrund sind die Religionsfehden des Jahres 1585, als der Katholik Philipp II. von Spanien als mächtigster Herrscher seiner Zeit galt und die Protestantin Elizabeth sich nicht nur äußeren Bedrohungen durch dessen Armada ausgesetzt sah, sondern auch Ränken von Glaubenskriegern im Inneren.

Allein das hätte Stoff für ein Historien-Epos von enormen Ausmaßen geliefert, ganz zu schweigen vom Konflikt zwischen Elizabeth und Maria Stuart, der hier nur – wenngleich in einer berührend-wuchtigen Szene – an-klingt. Kapur rückt eine andere Figur ins Zentrum des Geschehens, den Hasardeur Sir Walter Raleigh, den der hervorragende Clive Owen ein wenig unter seinen Möglichkeiten, weil allzu charmant gibt. Ihm gilt das Verlangen der Königin, die gewöhnlich nur von unreifen Bengelchen umworben wird, die ihren Text auswendig lernen müssen.

Elizabeth aber, wiederum von der sagenhaften Cate Blanchett verkörpert, versagt sich die Liebe zu Raleigh. Blanchett, zur Lichtgestalt verklärt, lässt da die ganze Gefühlspalette zwischen Lust und Vernunft aufflackern. Ihre vormals faszinierende Undurchdringlichkeit weicht auf – zugunsten des Menschlichen.



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INHALT

Gegen alle Widerstände gelang es Elizabeth I, den Thron Englands zu besteigen und Herrscherin des größten Weltreichs des 16. Jahrhunderts zu werden. Aber der spanische König Philip II will mit seiner Armada den Katholizismus wiederherstellen. Während der Kriegsvorbereitungen gegen ihn verliebt sich Elizabteh in Sir Raleigh, darf ihren Gefühlen aber nicht nachgeben. Ihr Vertrauter Walsingham identifiziert derweil Verräter am eigenen Hof.
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