KRITIK

Eisprinzen, Die

Eisprinzen, Die Zu den naheliegendsten Assoziationen zum Thema Eiskunstlauf zählen selbstverständlich beknackte Frisuren, Glitzerkostüme und merkwürdige Choreografien, mit ins Gesicht getackertem Lächeln ausgeführt zu schmieriger Musik. Wer den Wettbewerbs-Zirkus um derlei Schlittschuh-Tänzeleien satirisch aufs Korn nehmen will, muss das berücksichtigen, und tatsächlich kommt in dieser beachtlichen Debüt-Komödie der Regisseure Josh Gordon und Will Speck all dies auch vor.

Zudem haben sie zwei begnadete Komiker vor die Kamera bekommen, beide bestens versiert in der Kunst der verstörten Blicke: Will Ferrell (der jüngst in „Schräger als Fiktion“ in Identitätsnöte geriet) und Jon Heder (dessen phlegmatische Darstellung von „Napoleon Dynamite“ längst Kultstatus besitzt).

Ferrell spielt Chazz Michael Michaels, einen sexsüchtigen Mega-Macho mit Vorliebe für Wildwestklamotten, Heder ist Jimmy MacElroy, eine Art „Kleiner Lord“ mit blonder Lockenpracht und kindlichem Gemüt. Beide sind gefeierte Konkurrenten um den Weltmeistertitel im Eiskunstlauf, verbauen sich aber Ruhm und Zukunft, als bei einer Siegerehrung durch ihr prügelndes Zutun unter anderem ein kinderliebes Maskottchen in Flammen aufgeht.

Nach dem vorübergehenden Absturz kann der Neustart nur als Duo kommen: Chazz und Jimmy wollen nun im Paarlauf reüssieren und als erstes gleichgeschlechtliches Duo die WM in Montréal gewinnen. Doch bis zum in Nordkorea abgeschauten „Eisernen Lotus“ im Schlusstanz gilt es noch die gegenseitige Abneigung zu überwinden und ein schleimiges Schweizer Konkurrenten- und Intrigantenpaar auszutricksen.

Erfreulicherweise verzichten Gordon und Speck auf das in ähnlichen Satiren übliche Klosettgewitzel. Statt dessen setzt es jede Menge bestens getimten absurden Humor, der teilweise „Nackte Kanone“-Qualität besitzt. Und das ist fürwahr ein Kompliment im Slapstick-Genre.



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INHALT

Buchstäblich am Höhepunkt ihrer Karriere schlittern Chazz und Jimmy in ihr sportliches Verhängnis. Bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City schaffen es die beiden Eiskunstlauf-Rivalen erst nach ganz oben auf das Siegertreppchen, nur um dann dort eine handfeste Prügelei zu beginnen. Eine Sperre auf Lebenszeit ist die Folge. Doch ein paar Jahre später finden beide ein Schlupfloch im Regelwerk und starten als Männerpaar in der Paar-Disziplin.
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Eure Kritiken zu Eisprinzen, Die

  1. Christian

    Heder und Ferrell ein Traumpaar? Ich weiss nicht. Das Kino in der Nachmittagsvorstelltung war menschenleer. Die Szenen mit der Persiflierung der Eiskunstlaufszene waren noch ganz amüsant aber an ein `freiwilliges` Männerpaar, das sich nur widerwillig zum Paarlauf überreden lässt, konnte ich mich nicht gewöhnen. Es reichte dennoch für drei Lacher. Doch der Komödie hätte man etwas mehr Bösartigkeit gewünscht. Ansonsten war das doch zu wenig.

  2. Eva

    Platte Witze, wenig Niveau, wenig nette Ideen. Dennoch habe ich mich köstlich amüsiert. Das Zusammenspiel zwischen Ferrell und Heder klappt prächtig. Also Kopf abschalten und laut loslachen!

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