KRITIK

Einsatz, Der

Einsatz, Der Die Central Intelligence Agency, kurz CIA, mag den Vereinigten Staaten von Amerika in ihrer Geschichte unschätzbare Geheimdienste geleistet, womöglich wieder und wieder still und leise das Land gerettet haben. Einen sonderlich guten Ruf aber genießt sie nicht. Wo sie auffällt, steht die CIA in zweifelhaftem Licht, egal ob es die Nicaragua-Umtriebe oder die Verstrickungen in die Iran-Contra-Affäre betrifft, so dass Verschwörungs-Theoretiker hinter der Behörde schon eine Art Freimaurerloge vermuten, die wohl auch die Terroranschläge vom 11. September zu verantworten hat.
Roger Donaldsons Rekruten-Krimi „Der Einsatz“ nimmt sich da anfänglich wie ein Wiedergutmachungs-Werbefilm aus. Der forsche Computerprofi James Clayton (Colin Farrell), einer jener Wunderhacker, die durch spielerisches Tastaturgeklimper die Cyberwelt aus den Angeln heben, wird eines Tages vom alten CIA-Hasen Walter Burke (Al Pacino) angesprochen und für einen Ausbildungstest gewonnen. Eine Reihe hoffnungsvoller Nachwuchskräfte ist da versammelt, um sich nach psychologischer Profilierung auf einem Abenteuerspielplatz für Top-Spione in spe auszutoben. Den besten unter ihnen winkt dabei ein besonders ehrenvoller, wenngleich gefährlicher Job: der des Undercover-Agenten, eines zwischen Tijuana und Teheran unsichtbar drahtziehenden, auf sich allein gestellten Schattenmannes.
So sportlich-ehrgeizig für Clayton allerdings die Anfangsphase im Trainingscamp verläuft, so sehr es zwischen ihm und seiner hübschen Konkurrentin Layla (Bridget Moynahan) knistert, um so härter und manipulativer gerät die Praxisrunde unter dem Motto „Alles ist ein Test“. Nicht nur zweifelt James bald an seiner CIA-Eignung, auch die Identität der geliebten Layla und selbst die des väterlichen Freundes Burke (gewohnt souverän: Al Pacino) erscheinen immer ungewisser.

Der australische Regisseur Donaldson, der unter anderem den exzellenten Kuba-Krisen-Countdown „Thirteen Days“ mit Kevin Costner inszeniert hat, ist dabei indes weniger an einer Auseinandersetzung mit der politischen Bedeutung der CIA und ihren Grauzonen-Methoden interessiert, als vielmehr an einem Internal-Affairs-Thriller um Wahrheitsschleier und Freundesverrat. Über weite Strecken inszeniert er die Geschichte mit der Souveränität des Hollywood-Veteranen, gen Ende allerdings verfängt er sich in seinem Bemühen, jeder Story-Wendung noch eine Überraschungsschleife zu verpassen. Zu routiniert wirkt dieses Verwirrspiel, als dass es fesseln könnte.
Al Pacino, der zuletzt als schlafloser Cop in Christopher Nolans „Insomnia“ brillierte, schüttelt seinen grauen Fuchs dementsprechend en passant aus dem Ärmel, während Colin Farrell („Nicht auflegen!“) sich immerhin voll Verve in die Rolle des Drehbuch-Spielballs wirft, aber auch nicht verhindern kann, dass „Der Einsatz“ einen diffusen Eindruck hinterlässt. Was wiederum zur CIA passt.



Ähnliche Beiträge:

INHALT

James Clayton, Ent- wickler einer weg- weisenden Computersoftware, wurde von CIA-Scout Walter Burke für den Geheimdienst angeworben. Völlig unerwartet wird er am Ende der harten Ausbildung wegen Nichteignung entlassen. Kurz danach taucht Burke mit einem undurchsichtigen Auftrag auf: James soll für die CIA einen "Maulwurf" in den eigenen Reihen ausfindig machen. Ist es die attraktive Layla, die er in dem Trainingscamp, genannt "Die Farm", kennengelernt hat? Es beginnt ein gefährliches Vexierspiel um Loyalität, Verrat, Gier und Liebe, in dessen Verlauf es nur eine Gewissheit gibt: "Nichts ist, wie es scheint"...
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eure Kritiken zu Einsatz, Der

  1. Christian

    Die CIA einmal anders..Bei so wenig Pathos und Institutionshuldigung wundert man sich, dass ein CIA-beamter als Berater fungiert hat und die wichtige Institution ihr grünes Licht für den Film gegeben hat. Doch grade diese teils kritische Darstellung macht den Film noch besser. Pacino und Farrell bilden ein tolles Vater-Sohn-Couple, von dem man gern mehr gesehen hätte. Regisseur Donaldson weiss seine Schauspieler zu führen. Nach seinem tollen Film Thrirteen Days ein weiterer guter Film von ihm.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*