KRITIK

Eine zauberhafte Nanny

Eine zauberhafte NannyDer verwitwete Bestattungsunternehmer Cedric Brown (Colin Firth) ist mit seinem Latein am Ende. Seine siebenköpfige Kinderschar treibt eine Erzieherin nach der anderen aus dem Haus. Soeben warf die siebzehnte Gouvernante das Handtuch, weil die Bälger ihr eine Kannibalismus-Scharade vorspielten.

Da raunt dem Vater, als ihm bei der Betreuungs-Agentur endgültig die Tür vor der Nase zugeschlagen wird, eine Stimme aus höheren Sphären zu: „Sie brauchen Nanny Mc-Phee“. Tatsächlich steht die Dame wenig später auf der Matte. Madame McPhee (Emma Thompson) ist eine hochgeschlossene, knollennasige und verwarzte Erscheinung, frei also von aller Mary-Poppins-Lieblichkeit, doch dank ihrer magischen Kräfte lehrt sie die aufmüpfigen Racker Gehorsam und Respekt.

Selbstverständlich nur, weil sie es herzensgut mit ihnen meint. Als Papa Brown, abhängig vom Geld einer grässlichen Großtante (Angela Lansbury), zwangsverheiratet werden soll, verbündet sich Nanny McPhee mit den Kindern, die ja bloß wegen emotionaler Vernachlässigung außer Rand und Band geraten sind.

Es ist ein durch und durch moralisches und hinter der grellbunten Märchen-Kulisse stockkonservatives Schauerstück, das Regisseur Kirk Jones hier nach einem Drehbuch von Emma Thompson erzählt. Weshalb die Schauspielerin sich auf Grundlage der Kinderbücher von Christianna Brand die Rolle einer Pädagogik-Hexe mit schiefen Zähnen zuschrieb, bleibt rätselhaft, denn Freude am karnevalesken Mummenschanz strahlt die Shakespeare-erprobte Thompson nicht aus, bloß Sendungsbewusstsein.

Die simple Botschaft ihres Buchs aber, Kindern mehr zuzuhören, verhallt in einer kitschig ausgestatteten Nostalgie-Welt, in der allen Ernstes Tortenschlachten veranstaltet werden, weil es sonst nichts zu Lachen gibt.



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Sieben Kinder auf einen Streich kann Mr. Brown nicht kontrollieren. Als auch alle Kindermädchen vom Nachwuchs vertrieben werden, taucht Nanny McPhee wie ein Geschenk vom Himmel auf. Mit Strenge, Zuneigung und Zauberstab ordnet die hässliche Frau das Chaos und wird mit jeder erfolgreichen Lektion schöner. Doch Mrs. Brown kann sie nicht werden, auch wenn der Witwer nur einen Monat Zeit hat, eine neue Frau zu finden.
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eure Kritiken zu Eine zauberhafte Nanny

  1. King

    Ich fand den Film richtig entzückend und charmant. Die Ausstattung war unglaublich liebevoll gemacht – bis ins allerletzte Detail. Das Drehbuch war übersichtlich und auf den Punkt. Ein richtig schöner, runder Film voller Humor.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*