KRITIK

Ein verlockendes Spiel

Ein verlockendes Spiel Der junge aufstrebende Footballspieler Carter „Bullet“ Rutherford ist von Reportern umringt, die ihm zum Collegeabschluss gratulieren und natürlich zu einem weiteren fulminanten Sieg mit seiner Mannschaft. „Was wollen Sie als nächstes tun?“, fragt einer, „in die Profiliga wechseln?“ Und dann lachen alle schallend über diesen gelungenen Scherz. Man schreibt das Jahr 1925, und zu diesem Zeitpunkt erfreuen sich zwar die College-Football-Spiele der Beliebtheit zehntausender Zuschauer, aber die Profi-Abteilung steckt noch in den Kinderschuhen und trägt ihre Duelle auf besseren Kuhwiesen aus.

Ja, man muss ein gewisses Sportwissen und Football-Interesse mitbringen, um George Clooneys (Foto) dritte Regiearbeit „Ein verlockendes Spiel“, im Original „Leatherheads“, in allen Details verstehen und mögen zu können – aber auch nicht zu viel. Clooney, der zuvor mit „Confessions of a Dangerous Mind“ und vor allem mit „Good Night, and Good Luck“ eher die Nachtseiten der amerikanischen Seele ausgeleuchtet hat, zeigt sich als Sportskamerad von der sonnigen Seite und inszeniert eine Hommage an die Screwball-Comedys der 30er und 40er Jahre. Er selbst gibt den alten Profi-Coach und -Spieler Jimmy „Dodge“ Connelly, dessen Methoden auch allmählich ergrauen, dem aber der Coup gelingt, das Riesentalent Carter in sein Team zu locken. Der wiederum ist nicht nur auf dem Rasen eine Kanone, sondern auch Kriegsheld mit vermeintlich ruhmreicher Weltkriegs-Vergangenheit. Wie viel Legende ihn umgibt, das soll die junge Chicagoer Reporterin Lexie aufdecken, die von Renée Zellweger (Foto) mit frecher Schnauze und im grellroten Kostüm gegeben wird.
Zwischen Clooney und Zellweger gibt es ein paar zündende Dialoge, und die gelegentlichen Slapstick-Einlagen (wie die derbe Keilerei in einer „Flüsterbar“) sind genauso liebenswert wie insgesamt der nostalgische Touch dieser Geschichte aus den letzten unschuldigen Tagen des Profisports. Bloß geht Clooney dann auf halber Strecke leider die erzählerische Puste aus. Doch zu alt für Sport?



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INHALT

1925 ist Football nur durch die Collegeteams populär, während die junge Profiliga von den Zuschauern ignoriert wird. Das ändert sich, als Spieler-Oldie Connolly für sein Team Carter Rutherford verpflichtet, der nicht nur Football-, sondern auch Kriegsheld ist. Reporterin Lexie soll das Saubermann-Image des Jungstars unter die Lupe nehmen, fällt flirtend aber auch Connolly auf, der sich auf ein Verführungsmatch gerne einlässt.
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