KRITIK

Ein perfekter Platz

Ein perfekter Platz Schon Jessicas Großmutter träumte vom Luxus. Von sündhaft teuren Hotelsuiten voll verschwenderischer Blumenbouquets und durchweht von noblen Parfümen. Weil sie sich das aber nicht leisten konnte, heuerte sie als Toilettenfrau in einer Fünf-Sterne-Herberge an, wo sie den Schönen und Reichen wenigstens beim Händewaschen nahe sein konnte.

Auf den Spuren der geliebten Großmama reist nun auch Jessica (Cécile de France) aus der Provinz nach Paris. Sie findet einen Job als Kellnerin in der trubeligen Künstler-Brasserie Bar des Theatres, nahe einem Konzertsaal, einem Auktionshaus sowie der Comédie des Champs Elysées gelegen. Bald lernt die lebenslustige Frau die verkrachtesten Existenzen kennen: eine Serien-Schauspielerin (Valérie Lemercier), die ins Charakterfach wechseln will; einen berühmten Pianisten (Albert Dupontel), dem vor lauter Klassik-Konventionen der Frackkragen platzt; einen reichen Unternehmer (Claude Brasseur), der seine legendäre Kunstsammlung versteigern lassen und sich seinem Sohn wieder annähern will. Ihnen allen kommt Jessica mehr oder weniger nahe, serviert ihnen Getränke oder gibt ihnen zu denken.

Danièle Thompsons „Fauteuils d´orchestre“, wie die Boulevardkomödie aus dem 8. Arrondissement im Original heißt, erzählt einen episodischen, manchmal an Woody Allen erinnernden Künstlermilieu-Reigen, dessen Figuren einem durchaus ans Herz wachsen. Thompson („Jet Lag“) nähert sich all ihren Neurosen-Nöten mit Sympathie und Witz – bloß verliert sie Jessica und ihre unwirklichen Träume darüber bisweilen komplett aus dem Blick.



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INHALT

Aus der Provinz ist Jessica nach Paris gekommen, um ihr Glück zu finden. Den Weg ins neue Leben beginnt sie als Kellnerin. Bei dieser Arbeit lernt sie einen berühmten, aber frustrierten Konzertpianisten, eine populäre, aber unzufriedene TV- und Theaterschauspielerin und einen älteren Herrn mit junger Freundin kennen. Menschen, die sich neu orientieren wollen und dabei von der Liebe geprüft und geleitet werden.
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Eure Kritiken zu Ein perfekter Platz

  1. Amelie

    Fronkreisch, Fronkreisch! Ein zuckersüßer Film, heiter, witzig, voller spritziger Dialoge und mit einer sehr guten Hauptdarstellerin. Lohnt sich, vor allem bei miesem Wetter und schlechter Laune. Ansehen!

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