KRITIK

Ein mutiger Weg

Ein mutiger Weg Eine Schautafel spielt eine wichtige Rolle in diesem auf wahren Begebenheiten beruhenden Film. Das Krisenteam, das in Karachi nach der Entführung des US-Journalisten Daniel Pearl zusammen-arbeitet, versucht darauf den Überblick zu behalten, Hinweise zu entziffern, Querverbindungen zu ziehen.

Diese Tafel, bald nur noch ein wirres Organigramm voll mit Telefonnummern, arabischen Namen, Kreisen und Pfeilen, vermittelt ein Gefühl der Hilflosigkeit. Und sie enthält die Antwort auf die Frage, warum „A Mighty Heart“ in den USA derart gefloppt ist. Wo doch alle Beteiligten so um schroffe, ins Mark zielende Authentizität bemüht sind: Die Hauptdarstellerin Angelina Jolie, deren Herzensprojekt dieses halb dokumentarische, von Brad Pitt produzierte Drama ist und die Pearls hochschwangere Frau als Löwenkämpferin um Haltung und Hoffnung spielt. Auch der britische Regisseur Michael Winterbottom („Welcome to Sarajevo“, „9 Songs“), der auf marktgängige Dramaturgie zugunsten eines reportageartigen Stils verzichtet, der die Verlorenheit des Einzelnen im Gewirr aus politischen, polizeilichen und terroristischen Interessen im fernen Pakistan fühlbar machen soll.

Manchmal glückt das – aber oft wird man nur mit den Namen von arabischen Terroristen und Mittelsmännern bombardiert. Eine Schicksalsgeschichte ohne Schmalz will der Film sein, aber frei von Pathos ist dieses Denkmal für einen integren Journalisten nicht. Einmal, nachdem sie von der Enthauptung ihres Mannes erfahren hat, schreit sich Jolie als Mariane Pearl geradezu viehisch die Seele aus dem Leib. Später wiederholt sich dieser Schrei im Kreißsaal. Man möchte nicht wissen, welchen Existenzkitsch Winterbottom damit nahezulegen versucht.

 

 

 




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INHALT

Entsetzt muss Mariane Pearl erfahren, dass ihr Ehemann Daniel, ein Journalist des "Wall Street Journal", der nach 9/11 aus der Krisenregion in Pakistan berichtet, von Terroristen der Al-Qaida entführt wurde: Verzweifelt unternimmt die erschütterte Frau alles in ihrer Macht stehende, um die Freilassung ihres Mannes zu erwirken. Vor Ort in Pakistan erlebt sie Rückschläge und erfährt Unterstützung, wo sie sie nicht erwartet hätte. Den grausamen Mord an ihrem Mann kann sie jedoch nicht verhindern.
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Eure Kritiken zu Ein mutiger Weg

  1. Sascha

    Ein mutiger Weg, ein mutiger Film, ein schlechter Film, weil ein Film der Kategorie: Bitte mit aller Macht auf die Tränendrüse. Aber bitte auf die von Angelina Jolie…

  2. Udo

    Entgegen vielen Kritiken halte ich den Film für gelungen. Ja, die darstellung von Angelina Jolie ist mir regelrecht unter die Haut gegangen. Eine tolle leistung. Winterbottom schafft es zudem, anhand behutsamer Einstellungen die nötige Stimmung zu verbreiten. Ein fesselnder Film.

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