KRITIK

Ein gutes Jahr

Ein gutes Jahr Ridley Scott. Dieser Name steht für „Blade Runner“, „Alien“, „Black Hawk Down“ oder „Königreich der Himmel“. Meilensteine des Actionkinos. Russel Crowe. Dieser Name steht für „Gladiator“, „A Beautiful Mind“ oder „L.A. Confidential“. Oscar-prämierte- oder -nominierte Leistungen eines Vollblutschauspielers mit Ecken und Kanten. Die beiden sehr erfolgreichen Köpfe ihres Berufsstandes haben sich nun an eine romantische Komödie gewagt. Ja, richtig gehört. Russel Crowe, bebrillt und im Schlabberlook verliebt sich in eine französische Kellnerin. Und nicht nur das. Er darf in Jacques Tati-Manier auch die ein oder andere Slapsticknummer abziehen. Das geht entschieden zu weit, werden Sie jetzt denken und damit liegen Sie völlig richtig. Das ist des Guten zu viel!

Als Entschuldigung mag man hervorbringen, dass der Film wohl eher der lang ersehnte Urlaub ist, den sich Meisterregisseur Scott nach seinem Ausstattungsepos „Königreich der Himmel“ erlaubt hat. Schließlich ist er schon länger als Frankreich-Fan bekannt und soll sogar ein Anwesen in einer franz. Weingegend besitzen. Sei´s drum! Der Plot dieser Russel Crowe One-Man-Show kommt direkt aus der Retorte. Der Londoner Investment-Banker Max erbt das Weingut seines väterlichen Onkels Henry, den er über all die Geschäfte jahrzehntelang vernachlässigt hat. Klar will er das Anwesen zunächst verkaufen. Aber nach einigen kleinen Missgeschicken und geblendet von der Schönheit des Hauses ist Max geläutert und verliebt sich am dritten Tag in eine freche Kellnerin. Klischees sind also zahlreich vorhanden, man musste sie nur auflesen. Was sich wie eine einfältige Filmidee liest, entpuppt sich in den Händen des großen Regisseurs Ridley Scott als ein mit großer Leichtigkeit inszeniertes, zitatreiches Spiel mit den Konventionen des Kinos. Schauspielerisch auf sehr hohem Niveau aber heftigst klischeebeseelt und stets vorhersehbar. Ein bebilderter Männertraum, der in der nüchternen Realität vor den Toren des Kinos wie eine Seifenblase zerplatzt. Ätsch, auch auf den Leim gegangen!



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INHALT

Der arrogante Londoner Finanzexperte Max Skinner ist nicht zuletzt wegen seiner bisweilen wenig ethischen Manöver an der Börse höchst erfolgreich. Bei einem kurzen Abstecher in die Provence will er ein von seinem Onkel Harry geerbtes Weingut abstoßen. Doch das lästige Objekt wird er nicht so schnell los, dafür sorgen ein ansässiger Weinbauer, eine lokale Schönheit, ein Mädchen, das sich als Cousine des Onkels ausgibt, und der Zauber von Südfrankreich, dem Max nach und nach verfällt.
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Eure Kritiken zu Ein gutes Jahr

  1. Udo

    Eine schöne Sommerphantasie mit gut aufgelegten Schauspielern. Nicht ernst zu nehmen aber unterhaltsam.

  2. Anne

    Gut besetzter, witziger und charmanter Gute-Laune-Film mit dezenten Slapstickeinlagen

  3. Nicole

    Bei „ein gutes Jahr“ handelt es sich um einen eher gemütlichen Film mit wenig Action. Aber ich finde ihn trotzdem sehr unterhaltsam. Außerdem finde ich die Besetzung sehr gut gelungen.

  4. Johann81

    Der beste Film für einen müden nachmittag. sonne, leichtigkeit, überzeugende geschichte. mit einem heruausragenden hauptdarsteller. kann man sich geben.

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