KRITIK

Ein einfacher Plan

Ein einfacher Plan Regisseur Sam Raimi, der erstmals 1982 mit seinem blutrünstigen Horror-Reigen Tanz der Teufel Furore machte, ist dem Grauen treu geblieben. Doch braut es sich hier unter einer dichten Schneedecke zusammen und bricht sich fast unmerklich Bahn.
Schritt für Schritt eskaliert das raffiniert gesponnene Geschehen wie bei einem Schachspiel, das den kleinsten, scheinbar unbedeutenden Fehlzug mit immer neuen Verlusten und dem unaufhaltsamen Matt bestraft.
Die frostige Atmosphäre dieser Moritat um Habgier und Moral erinnert passagenweise an den fabelhaften Winterkrimi Fargo der Gebrüder Coen, Raimis langjährigen Freunden, nur verzichtet A Simple Plan auf dessen gelassene Lakonik und behält einen eisigen Grundton bei.
Wo Fargo ironische Distanz gewährt, drängt es Raimi zur bitterbösen Tragödie. Dabei lassen die glänzenden Darsteller, besonders Bill Paxton und Billy Bob Thornton, die Grenzüberschreitungen und Gewissenstäuschungen ihrer Figuren so lange nachvollziehbar erscheinen, bis sich im biblischen Finale das volle Ausmaß ihrer Schuld offenbart und sie die Konsequenzen tragen müssen. Am Ende steht ein frommer Wunsch: „Hätte bloß jemand anders das Geld gefunden.“ Patrick Wildermann



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INHALT

Verhängnisvolle Fehler kündigen sich oft durch törichte Fragen an. Etwa: "Was ist, wenn wir das Geld nicht der Polizei aushändigen?" Oder: "Warum sollte man uns denn erwischen?" Die drei Männer, denen der Zufall eine mit über vier Millionen Dollar gefüllte Tasche in die Hände gespielt hat, werden sich jedenfalls noch wünschen, sie hätten geschwiegen und ihren Fund den Krähen überlassen, die zu Dutzenden über den verschneiten Wäldern Minnesotas kreisen.
Der seriöse Buchhalter Hank, sein minderbemittelter Bruder Jacob und dessen ebenso tumber Saufkumpan Lou stoßen während einer Fuchsjagd auf ein schneebedecktes Flugzeugwrack, in dessen Rumpf sie eine Leiche und das herrenlose Vermögen entdecken. Geblendet vom grünen Leuchten vergessen die Gefährten ihre anfänglichen Skrupel und beschließen, das vermeintliche Drogengeld zu behalten. Doch bald wächst das Misstrauen innerhalb der Gruppe, und besonders der Wortführer Hank beginnt, sich immer tiefer in Lügen und Gewalt zu verstricken, angetrieben von seiner hochschwangeren Ehefrau Sarah. Bald wird sich eine weitere Frage stellen: Welchen Preis ist der Reichtum wert?
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Eure Kritiken zu Ein einfacher Plan

  1. Nico

    ein higlight in puncto spannungvielen dank für die aufnahme dieses films!

    ich hatte ihn schon fast wieder vergessen und nehme ihn nun wieder in die reihe der „emphelungswürdigen video’s bzw. dvd’s“ auf :). gerade durch seine vielen, oft durch zufall erzeugten spannungsmomente ist man von der ersten bis zur letzten minute gefesselt. und billy b. thornton spielt den zurückgebliebenen bruder unglaublich authentisch,daß man die schauspielerei fast dabei vergisst…

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