KRITIK

Duell – Enemy at the Gates

Duell – Enemy at the Gates Die Geschichte um die Schlacht von Stalingrad dürfte jedem Schüler bekannt sein. 2 Millionen Menschen ließen ihr Leben, weil die deutsche Armee unaufhaltsam gen Osten marschierte und Oberst Stalin seine geliebte Stadt mit allen Mitteln verteidigen wollte. In dem Kessel von Stalingrad fanden während des Herbstes 1942 mehr Menschen den Tod als an jedem anderen Punkt auf der Erde. Regisseur Jean-Jacque Annaud hat gut daran getan, nicht strikt zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, um Karikaturen aufzubauen. Russische Soldaten, die sich der barbarischen Abschlachterei entziehen wollen, werden von den eigenen Offizieren erschossen. Oder deutsche Nazis werden nicht polemisch als Juden-Schlächter tituliert, wie es sonst in allen Kriegsfilmen üblich ist, sondern gestehen ihre Verwundbarkeit ein und zeigen sogar Ansätze von Hilflosigkeit. Trotzdem machen Regisseur Annaud und Alain Godard, die schon bei „Der Name der Rose“ zusammengearbeitet hatten einen großen Fehler: Der Film soll ein Epos über Ehre und Tapferkeit sein, eine Heldengeschichte. Doch er ist alles andere als das. Der Film erzählt die Geschichte von einer Frau zwischen zwei Männern, von denen einer ein Duell mit einem Scharfschützen ausficht. Ein Western und eine Liebesgeschichte also. Der 2. Weltkrieg, oder besser die Schlacht um Stalingrad dient hier nur als dramaturgische Kulisse. 180 Millionen Mark hat der Film gekostet, der größtenteils im Brandenburger Umland und in den Studios von Babelsberg gedreht wurde. 180 Millionen für eine Liebesgeschichte mit einer Prise Western, oder besser ein Duell als Allegorie zum historisch verankerten Stellungskrieg – der Schuss ging wohl nach hinten los. Regisseur Annaud wäre gut beraten gewesen, bei seinen anthropologisch Themen (Der Bär, Sieben Jahre in Tibet) zu bleiben, denn am besten sind noch die ersten Minuten des Filmes. Ein kleiner Junge versucht einen Wolf zur Strecke zu bringen. Aus dem Off erklingen beruhigende Beschwörungsformeln. Der kleine Junge solle eins mit der Natur werden, so wie die Waffe Teil seines Körpers werden soll. Ein Jäger auf dem Weg in die Schlacht. Christian Gertz



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INHALT

Stalingrad, Herbst 1942. Aus allen Ecken der Sowjetunion werden Soldaten nach Stalingrad rekrutiert, denn die Stadt droht in deutsche Hände zu fallen. Unter ihnen der junge Soldat Vassili Zaitsev, der aus dem hintersten Ural kommend zunächst froh sein kann, dass er die Überfahrt über die Wolga überlebt. Für Zehntausende endet die Feuerprobe zwischen den Artilleriefeuern tödlich. Vassili kann sich den Weg in eine sichere Deckung erkämpfen. Als er aus dieser heraus 5 Nazis zur Strecke bringt, glaubt der Polit-Offizier Danilov in ihm den bitter nötigen Kriegshelden gefunden zu haben. Scharfschütze Zaitsev wird zur Legende aufgebaut, sein Konterfei ziert zahlreiche Propagandaflugblätter. Täglich berichtet die Prawda von neuen Abschüssen Zaitsevs. Seine Heldentaten führen unwiderruflich zu einem Duell mit dem besten Scharfschützen der deutschen Armee – Major König. Ein erbitterter Zweikampf entbrennt, von Zielfernrohr zu Zielfernrohr.
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