KRITIK

Du bist nicht allein

Du bist nicht allein Deutsche Filmemacher müssen schwer aufpassen, dass man nicht dereinst in naher Zukunft ihre Werke aus den 90-er bis 00-er Jahren allzu schlicht unter dem Sammelbegriff „Plattenbaudrama“ zusammenfassen kann. Und Axel Prahl sollte – egal wie gern und durchaus überzeugend er den sympathischen Looser spielt – ab und zu mal eine ganz andere Rolle annehmen.

Sicher, „Du bist nicht allein“ überzeugt, wenn man davon absieht, dass das Format allenfalls ein Fernsehbildschirm statt eine große Kinoleinwand füllt. Die Figuren sind stimmig, die Schauspieler gut gewählt. Man schaut den kleinen und mittelschweren Dramen gerne zu, gerade so, wie man sich den neuesten Tratsch aus dem Treppenhaus anhört. Sieht, wie sie sich irgendwie doch immer wieder berappeln, die so genannten kleinen Leute. Den Begriff „Wendeverlierer“ mag ich nicht mehr benutzen, zu universell sind die Probleme schon längst.

Der Film ist ein gut gespieltes Drama, gute Unterhaltung. Sympathisch, ohne platt zu sein. Aber alles in allem nur ein weiterer Film einer ganzen Serie ähnlicher Filme zum Thema in Deutschland.



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INHALT

Als die schöne, energiegeladene Jewgenia neben Familie Moll zieht, entdeckt Hans Moll ein Gefühl, das er längst vergessen hatte: verliebt sein, glücklich sein, die aufgeregte Hoffnung eines Verzückten. Er pflegt sich, macht kleine Geschenke, ist aufmerksam und charmant: Mitten in der Einsamkeit der Arbeitslosigkeit wird Hans Moll ein anderer Mensch.

Seine Frau indes ist mit Wichtigerem, mit ihrer neuen Arbeit beim Wachdienst beschäftigt, mit den Parolen der Motivationstrainer, mit der steilen und unverhofften Karriere von der Wurstverkäuferin zur Wachhabenden. Die Ex-Schauspielerin Frau Wellinek und ihr Mann, der ehemalige Physiker sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Sie haben Zeit, aber keine Arbeit. Sie haben Alternativen, aber keine richtige Perspektive. Sie alle entdecken die Sehnsucht nach einer Chance, alles von vorn zu beginnnen und sich selbst ins Leben zurückzuholen.
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