KRITIK

Drag me to hell

Drag me to hell Sam Raimi hat kürzlich in einem Interview gesagt, sein Film erzähle von einer jungen Frau, die aus Gier eine selbstsüchtige Entscheidung treffe – eine Sicht der Dinge, die nur oberflächlich betrachtet einleuchtet.
Die Hauptfigur seines Horror-Stücks heißt Christine und ist eine aufstrebende Bankangestellte, die wegen filialinternen Konkurrenzdrucks glaubt, Härte zeigen zu müssen, und einer alten Zigeunerin mit ungepflegten Fingernägeln den nochmaligen Aufschub der Ratenzahlungen für ihr Haus verweigert.

Menschlich fragwürdig, sicherlich. Aber wie uns die momentane Wirtschaftskrise lehrt, hätte man solch bankrotten Gewitterhexen erst gar keine Immobilienkredite hinterherwerfen dürfen, da kann ja die arme Christine nichts dafür. Jedenfalls wird sie von der Alten mit einem Fluch belegt, der ihr einen Ziegendämon auf den Hals hetzt. Binnen drei Tagen muss die verfluchte Bankerin den schwarzen Zauber bannen, sonst landet sie in der Hölle.

Abgesehen von der schiefen Moral also ein denkbar klassischer und schlichter Horror-Plot, mit dem Raimi, Schöpfer der „Tanz der Teufel“-Trilogie, zu den eigenen Wurzeln zurückkehrt.

„Drag me to hell“ wirkt wie eine Lockerungsübung des Regisseurs zwischen den hochbudgetierten Blockbuster-Anstrengungen mit seiner „Spider-Man“-Serie, und erfreulich ist, dass trotz vieler genreüblicher Ekeleffekte noch Raum bleibt für einen feinen, fiesen Humor.

Die Christine-Darstellerin Alison Lohman bleibt zwar selbst für Todesangst-Verhältnisse zu blass, und sonderlich originell verläuft die Geschichte bis zur bösen Schlusspointe auch nicht, aber in Zeiten, in denen bloß noch die Horrorerfolge früherer Zeiten als Remakes neu aufgelegt werden, gibt man sich ja schon mit wenig zufrieden.



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Die Bankangestellte Christine Brown ist eine gute Seele, was sich als nachteilig erweist, wenn es um die kritische Vergabe von Krediten geht. Zumindest wird sie von ihrem Chef Mr. Jacks gedrängt, härter mit den Kunden umzugehen. Weshalb Christine entgegen ihrer eigentlichen Überzeugung einer alten Zigeunerin trotz ihres Flehens und Bettelns ein Darlehen verweigert. Die Zigeunerin reagiert mit Hass und schwört Christine, in drei Tagen würde sie zur Hölle fahren. Kurz darauf ereignen sich merkwürdige Ereignisse.
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*