KRITIK

Doom – Der Film

Doom - Der Film Videospielverfilmungen sind ein Subgenre. Und ein sehr erfolgreiches dazu. Spätestens seit Lara Croft, Mortal Kombat oder Resident Evil kann Hollywood sicher sein, dass sich mit der Umsetzung eines PC-Spiels gutes Geld verdienen lässt. Die Fangemeinde ist groß. Und sie geht gerne ins Kino. So war es nur ein Frage der Zeit, bis auch „Doom“, das erfolgreichste Ego-Shooter Spiel der letzten 10 Jahre aus der Entwicklerschmiede IDSoftware den Weg auf die Leinwand findet. Der Film zum Spiel setzte sich gleich am Startwochenende an die Spitze der US-Charts uns spielte bis dato über 25Mio. US-Dollar ein – Operation gelungen.

Mit nur wenig Vorwissen seitens des Computerspieles behaftet, bleibt dem Rezensenten nur eine filmtechnisch und filmhistorische Betrachtung des PC-Spiel-Leinwanddebüts. Und diese fällt nicht überraschend eher ernüchternd aus. In den Focus seiner Umsetzung stellt Regisseur Andrzej Bartkowiak („Romeo Must Die“) drei Elemente, die auch das PC-Spiel zum Erfolg geführt haben: Die glaubhafte Inszenierung des Tötens, die Liebe zu Waffen und die große (spielerische) Herausforderung durch einen fast unbezwingbaren Gegner. Die Protagonisten sind hier ein sechsköpfiges Team von Space-Marines, angeführt durch John Grimm, überzeugend verkörpert von Karl Urban (Collateral). Im Gegensatz zu allen anderen Soldaten wird ihm durch den Drehbuchautoren Dave Callaham in der Geschichte so etwas wie eine Mini-Charakterzeichnung zuteil, in dem der Soldat John Grimm auf der infizierten Forschungsstation auf seine Schwester Samantha trifft, mit der er ein gleiches Schicksal – den frühen Tod der gemeinsamen Eltern – teilt. Alle anderen Soldaten bleiben blasse Ausführungsgehilfen. Abgesehen von Actionstar und Aushängeschild Dwayne „The Rock“ Johnson, der zum Ende des Filmes hin vom Musterschüler zum „Soldaten ohne Gewissen“ mutiert.

Ansonsten verläuft der Film streng nach dem Prinzip: „Zehn kleine Negerlein, am Ende waren es nur noch zwei!“. In einer längeren Sequenz darf der Kinobesucher gar, ähnlich wie im Computerspiel, durch das Zielfernrohr einer Waffe blinzelnd, die ganze Brutalität des Abschlachtens vor dem eigenen Auge „miterleben“. Spätestens mit dieser real-gewordenen Umsetzung dürfte jedem Kinobesucher oder neugierigem Doom-Spieler (wer sollte sich sonst den Film anschauen) klar sein, warum „Doom“ (engl.: Verhängnis) schon als Videospiel der Horror aller Eltern und Pädagogen war. Als ungekrönter König des Ego-Ballerns ist es Objekt unzähliger Studien zur Aggressivität steigernden Wirkung brutaler Videospiele. Aber über Sinn und Unsinn einer Verfilmung über ein pädagogisches eher streitbares Thema hat sich Hollywood auch noch nie Gedanken gemacht. Was das Kinopublikum will, das bekommt es auch.



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INHALT

Irgendwann in der Zukunft. Auf der Olduvai Forschungsstation auf dem Mars finden Ausgrabungen statt. Doch nicht nur das. Das sechsköpfige Forscherteam um Dr. Carmack und Dr. Samantha Grimm experimentiert auch in der Genforschung. Als die Sklette von einer Frau und deren Tochter gefunden werden, ist der Fund zunächst nichts besonderes. Doch eine Untersuchung ergibt, dass die Sklette statt der üblichen 23 Chromosomenpaare außergewöhnliche 24 Paare in sich tragen. Das 24. Chromosomenpaar wird von den Forschern von den anderen getrennt und für weitere Forschungen an lebenden Menschen missbraucht. Was die Forscher nicht ahnen: Sie züchten ein Monster, das sich zu einer selbstheilenden Spezies weiterentwickeln kann. In kürzester Zeit verwandeln sich alle Lebewesen auf der Station in Zombies!

Sarge und John Grimm, Anführer einer Spezialeinheit, werden gerufen, um mit einer kleinen Gruppe von Überlebenden gegen das Böse zu kämpfen. Und das lauert überall. Je weiter sie in die Basis vordringen, desto auswegloser scheint jede Rettungsmöglichkeit. Denn ihr Weg weist nur in eine Richtung: direkt in die dunklen Tiefen der Hölle.
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Eure Kritiken zu Doom – Der Film

  1. Sarge

    Als begeisterter doom-spieler freue ich mich natürlich über eine filmbesprechung. sonst findet man eher wenige. nach der kritik habe ich mir den filmangeschaut. und war positiv überrascht. der film ist spannend, und gut. ok, die rolle des „kid“ hätte nicht sein müssen aber der film ist sehenswert.

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