KRITIK

Disneys Eine Weihnachtsgeschichte

Disneys Eine Weihnachtsgeschichte Nein, ein Mangel an Verfilmungen von Charles Dickens 1843er „Christmas Carol“ herrscht nicht. Doch seit der letzten nennenswerten Version (mit den „Muppets“) sind schon 17 Jahre vergangen – warum also kein Nachschub, und warum nicht wenige Wochen vor Weihnachten, Anfang November?

Popcorn-Filmer und Technik-Freak Robert Zemeckis treibt mit der „Weihnachtsgeschichte“ sein „Performance Capture“-Projekt voran. Mit dieser Technik werden Schauspielerbewegungen von Sensoren aufgezeichnet und dann nach Belieben digital bearbeitet oder neu zusammengesetzt. So hat Zemeckis zuletzt einen schwachen „Beowulf“ inszeniert, diesmal gibts das Spektakel sogar in 3D.

Fürs „Christmas Carol“ hat nun Jim Carrey gleich sieben Rollen „vor“-gespielt – im Film taucht er digital verfremdet als Geizhals Scrooge ebenso auf wie als die drei „Geister der Weihnacht“ und in vier anderen Parts. Die Geschichte selbst bleibt unangetastet – auch diesmal wird der grimmige Misanthrop von den Geistern zum besseren Menschen bekehrt. Eine bekannte Geschichte.

Entscheidender ist hier das Wie: Zemeckis entfesselt einen bombastischen Trickzauber, saust spektakulär über die Dächer eines märchenhaft-viktorianischen London, zelebriert gruseligen Geisterspuk in expressionistisch-bizarren Bildwelten und lässt dabei nur eins vermissen: Charme. Der Film bleibt artifizielle Oberfläche, verblüffende Demonstration einer Technik. Für allerlei Schauereffekte ist gesorgt, die den Film stellenweise ziemlich gruselig und somit für kleinere Kinder ungeeignet machen. Doch bei derart seelenlosem Hightech-Spuk verflüchtigt sich der Geist des Weihnachtsmärchens. Und auch der Film wirkt damit letztlich seelenlos.



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INHALT

London, Ende des 19. Jahrhunderts: Der selbstsüchtige und eigenbrötlerische Geizhals Ebenezer Scrooge lebt ein zurückgezogenes Leben als Misanthrop und führt seit dem Tod seines Partners sein Geschäft allein. Profitgier ist seine dominierende Eigenschaft. An Heiligabend bekommt er jedoch Besuch von den drei Geistern der vergangenen, der gegenwärtigen und der zukünftigen Weihnacht, die ihm sein Leben in all seiner Trostlosigkeit vor Augen führen. Mit einem Mal wird sich Scrooge seiner eigenen Kaltherzigkeit und deren Folgen bewusst und beginnt, sich zum Besseren zu wandeln.
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Eure Kritiken zu Disneys Eine Weihnachtsgeschichte

  1. mycinema

    nichts für kleine kinder aber sonst toller disney film

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