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Dieses bescheuerte Herz

Plakat zum Film Dieses bescheuerte Herz mit Hauptdarsteller Elyas M´Barek und Philip Schwarz.

Bild (c) 2017 Constantin Filmverleih.

Der Österreicher mit den tunesischen Wurzeln, Elyas M’Barek, hat sich durch die TV-Serie „Türkisch für Anfänger„, deren Kinoableger und seine Rolle als Lehrer in der „Fack ju Göhte„-Trilogie zu einem der publikumsstärksten Schauspielstars unserer Zeit gemausert. Filme für die breite Masse sind nicht unbedingt auch ein Garant für Qualität, was einen aber nicht davon abhalten sollte, sich auch mal einen Film mit M´Barek anzusehen. „Dieses bescheuerte Herz“ von Marc Rothemund beispielsweise wagt den Spagat, das gewohnte M´Barek-Millionenpublikum anzusprechen und trotzdem Tiefgang mitzubringen.

Die Geschichte basiert auf tatsächlichen Ereignissen, die die Betroffenen Daniel Meyer und Lars Amend gemeinsam im gleichnamigen Bestsellerbuch zu Papier gebracht haben. Es ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft, die aus einem Zwang heraus entsteht und der man eigentlich gar keine Zukunft einräumen würde. Und dennoch hat sie bis heute Bestand und somit alle entsprechenden Vorurteile Lügen gestraft.

Szene aus dem Film Dieses bescheuerte Herz mit Elyas M´Barek, der den Patienten Philip Schwarz huckepack trägt. Lenny (Elyas M’Barek) ist der verwöhnte Sohn eines Chefarztes. Über sein Leben und seine Zukunft musste er sich noch nie Gedanken machen, stattdessen lebt er mit Vaters Kreditkarten auf der Überholspur und hat sich zu einem ziemlich eitlen Schnösel entwickelt. Ganz anders verläuft das Leben des 15jährigen David (Philip Schwarz), der seit seiner Geburt unter einer unheilbaren Herzkrankheit leidet und bei dem jeder Tag sein letzter sein könnte. Um Lenny etwas über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens zu lehren, wird dieser von seinem Vater dazu verdonnert, David Gesellschaft zu leisten. Er soll den Teenager, der in Krankenhäusern und im Hospiz aufgewachsen ist, auf andere Gedanken bringen, und mithelfen, dessen Liste der Dinge abzuarbeiten, die dieser auf jeden Fall noch machen möchte – Geld spielt dabei keine Rolle.

Szene aus dem Film Dieses bescheuerte Herz mit Hauptdarsteller Elyas M´Barek und Philip Schwarz im Park.Marc Rothemund („Mein Blind Date mit dem Leben“) ist als Regisseur erfahren genug, um auch „Dieses bescheuerte Herz“ ganz nach dem breitesten Publikumsgeschmack zu zimmern. Das bringt mit sich, dass einige Szenen trotz des authentischen Hintergrunds allzu konstruiert wirken und die aufdringliche Musikuntermalung die Emotionen der Zuschauer allzu plakativ in die gewünschte Richtung lenkt. Wenn man über diese Mechanismen hinwegsehen kann, wird man aber mit einer liebenswerten Freundschaftsgeschichte belohnt, die einige wirklich starke Szenen und ein überzeugendes Darstellerensemble zu bieten hat, das man, abgesehen von Hauptdarsteller M´Barek, noch nicht allzu oft gesehen haben dürfte. Eine zu Herzen gehende und berührende Geschichte, die Hoffnung macht, ohne die Realität zu beschönigen.

 

 



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