KRITIK

Die Unfassbaren – Now you see me

“First rule of magic: always be the smartest person in the room.” – Hollywood schenkte dem weltweiten Kino-Publikum in den letzten 10-15 Jahren im Genre des Mindfuck-Zauber-Thrills (“The Prestige – Die Meister der Magie”) als auch des Heist/Ganoven-Spaßes (“Oceans Eleven”, “The Italian Job”) einige bemerkenswerte Blockbuster. Und um weiteren (kommerziellen) Erfolg in diesen Genres und im Box-Office einzufahren, und oft geht es ausschließlich darum, engagierte das zuständige Summit Entertainment Filmstudio kurzerhand Regisseur Louis Leterrier, welcher unter anderen für Projekte wie “Der unglaubliche Hulk” als auch “The Transporter” verantwortlich zeichnet. Und nun darf Louis Leterrier auch mit dem Heist-Thriller “Die Unfassbaren – Now you see me” zeigen, dass er über ein großes Allroundtalent verfügt, um in Zukunft auch für weitere Groß-Projekte in Hollywood engagiert zu werden.

Die Enttäuschung dabei ist nur, dass sich sein Film “Die Unfassbaren – Now you see” Dank des harmonierenden Darsteller-Ensembles zwar als sympathische gespielte und spaßig in Szene gesetzte Mainstream-Kost offenbart, die jedoch nie ganz darüber hinwegtäuschen kann, dass die zuständigen Drehbuchautoren Boaz Yakin, Ed Solomon und Edward Ricourt zwecks Konstruktion eines interessanten Plots recht ideenlos die Tropen des Genres abklappern. Und ihre Geschichte dabei so zur Schau stellen, als hätten “Oceans Eleven” und Co. niemals in der amerikanischen Filmhistorie existiert. Ob gewiefter Safeklau, getäuschte Cops oder die mit ein wenig Konzentration vorhersehbare, von “Prestige – Die Meister der Magie” entliehene Schlusspointe, wenn sich “Die Unfassbaren – Now you see me” als eigentliches Magier-Duell entpuppt und im plumpen, nicht smart gewolltem Fantasy-Sumpf versinkt. Um dem Publikum mit am Ende erhobenem, moralischem Zeigefinger und klapprigem Gestell auf der Nase das Gefühl zu geben, etwas unglaublich Anspruchsvolles als auch Intelligentes gesehen zu haben : man bekommt in „Die Unfassbaren – Now you see me“ leider nur ständig das Gefühl, alles auf den Betrachter einstürzende schon einmal besser erlebt zu haben…

Tatsächlich ist es so, dass sich Regie und Drehbuchautoren im Laufe der Handlung genötigt sehen, ständig neue Tricks/Asse als auch Wendungen wie das sprichwörtliche Kaninchen, neben immer weiteren, durchschnittlichen Actioneinlagen samt hohem Tempo und mäßiger Spannung, aus dem Hut des Magiers hervorzaubern zu müssen. Vor allem, damit die recht dünne Handlung samt ein paar an der Hand abzuzählenden Plot-Holes / Ungereimtheiten von gut aufgelegten Darstellern wie Morgan Freeman und Michael Caine, welche sichtlich Spaß an ihren Rollen hatten, routiniert überspielt werden können. So bekommt man zeitweilen das Gefühl, mit Louis Leterrier´s “Die Unfassbaren – Now you see me” einen recht unterhaltsamen Film erleben zu dürfen, der den Betrachter mit der etablierten, vermeintlichen Robin-Hood-Kapitalverbrecher-Bande niemals richtig böse kommen möchte.

Wie in der aktuellen Blockbuster-Produktion “Taffe Mädels” scheint es aber auch bei “Die Unfassbaren- Now you see me” mittlerweile eine Unsitte zu sein, dass sich die zuständigen Drehbuchautoren übereifrig auf die Entwicklung der Protagonisten, also deren Gefühlschaos untereinander stürzen, hier in Form einer nicht zu vermeidenden Lovestory als Verbindung zum Mainstream verhaftetem Publikum. Nur bekommen wichtige Protagonisten wie beispielsweise Mélanie Laurent als Alma Dray niemals eine eigene interessante, kurzweilige Geschichte spendiert, die mit denen ihrer Kollegen im Rahmen der Erzählung harmonisch korrelieren könnte. Und vielleicht auch mal logisch zu Ende gedacht werden könnte.

Für eine drigend benötigte, klassische Figurentwicklung bleibt mit  „Die Unfasbaren- Now you see me“ also in einer weiteren, kurzweilig wirkenden Hollywood-Produktion am Ende wieder einmal kein Platz. Trotz eines Budgets von immerhin 70 Millionen US-Dollar. „Die Unfassbaren – Now you see me“ erweist sich am Ende leider nur als fade Kinokost. Blockbuster-Unterhaltungskino, das im Kinojahr 2013 erneut einiges an möglichem Hit-Potential liegen lässt…

  

 

 



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INHALT

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