DVD / BLU-RAY TIPP

Die Monster Uni

Die lieben Monster-Schrecker der Monster AG, Sully und Mike, sind wieder da! Über 11 Jahre hat es gedauert, bis sich Pixar unter der Leitung von John Lasseter einer Fortsetzung – in diesem Fall eines Prequels – zum 2000er Animationshit und der Reanimation der plüschigen, als auch glubschäugigen, herzerwärmenden und ebenso charmanten wie knuffigen Helden annahm.

Ein Prequel, das erzählt, wie die Protagonisten erst Dank Pleiten, Pech und Pannen zu dem geworden sind, was sie schon immer sein wollten. Aber die Zeichen standen bis zuletzt nicht gut für die Pixar-Schmiede: Seit mindestens 2 Jahren befand man sich mit den letzten Produktionen nach dem 2008er Geniestreich „Wall-E” qualitativ im Abwärtstrend. Und so erscheint „Die Monster Uni” (auch auf dem hochauflösendem Format der Blu-Ray Disk) zur rechten Zeit, um dem leicht angeknacksten Animationsgiganten wieder in die erfolgreiche Spur zu verhelfen.


Und auch wenn Pixars „Die Monster Uni” erzählerisch und dramaturgisch als Prequel nicht ganz an die Dichte des Meisterwerks aus dem eigenem Hause, „Die Monster AG”, anzuknüpfen vermag, da weniger Erzähletappen abzuhaken sind und weniger absurd-komische Höhepunkte generiert werden, gerät die aberwitzig-knuffige College-Sause dennoch zu einem sehenswertem, mit einigen überraschenden Einfällen geschmückten, kurzweiligem Spaß, der am Schluss der sonst üblich anhaftenden Vorhersehbarkeit der eigenen Geschichte entgeht, indem ein spannender und versöhnlicher Twist serviert wird, der zudem auf geschickte Weise die Brücke zur Hauptgeschichte schlägt.

Was Groß und Klein im Kinojahr 2013 viel Freude bereiten sollte. Die Macher der Pixar Animationsstudios haben keineswegs ihren Humor verloren, wenn es aktuell in der „Monster Uni” als Brückenschlag darum geht, das als Vorbild entliehene, amerikanische Vorstadtleben samt bekanntem Collegeklischees sämtlicher US-Fernsehserien / Sitcoms als auch die etablierten Komödienableger wie etwa „American Pie” auf liebevolle Art und Weise durch den Kakao zu ziehen. Da bekommt alles und jeder sein Fett weg, was/der an jedem US-College Platz, Rang und Namen hätte: Nerds, Jocks, hochnäsige, spießige Lesben und vermeintliche, durchtrainierte und angeberische Psychopathen in roten Baseballjacken. Sogar eisern-verbitterte Lehrkräfte, welche wie Miss Dean Hardscrabble hin- und wieder kein gutes Haar an den Studenten auslassen. Ja selbst die Unsicherheiten, welchen vielen Lehrkräften und Studenten im (amerikanischen) Alltagsleben in Wirklichkeit immanent sind, werden entlarvt. Und entsprechend zur Schau gestellt.

Ebenso verweigert sich Pixar mit der „Monster-Uni” dem erfolgreichen Heldenpfad der „Monster AG“ zu folgen. Denn wer geglaubt hat, dass der zottelig-blaue Sully beispielsweise immer der gutmütige Kumpel war, für den man ihn bislang hielt, wird nun eine Überraschung erleben.

Die Geschichte in „Die Monster Uni” schlägt ein ums andere Mal einen unerwarteten Haken und entlarvt die Helden der Monster AG als einfache Menschen, welche ab und an auch Mal kein Interesse an einer Freundschaft hegen. Vor allem gegen Ende wird dies deutlich, bevor „Die Monster-Uni” als Freundschafts-Probe-aufs-Exempel-Wettparcour-Lauf alle Pixar-Register zieht, die derzeit möglich sind. Das verleiht Pixar´s „Die Monster Uni“ die dringend benötige Frischzellenkur.

Ob altkluger Streber, selbstgefälliger „Star“ der Uni, spießiges Muttersöhnchen, dicklicher Biedermann und gleichzeitiger Tür-zu-Tür Vertreter mit sich bald auflösendem Strickpulli: Pixar glänzt erneut, wenn es darum geht, die eigenen Figuren im etabliertem Monster-Universum visuell-variabel als Reflektion des alltäglichen, US-amerrikanischen (Vorstadt)Lebens mitsamt dazugehöriger Schickanen / Intrigen, zwischenmenschlicher Karambolagen und zelebrierten College-Aufnahme-Zeremonien in Szene zu setzen.

Dazu wird eine moralische Botschaft serviert, die nicht anödet: man muss nicht immer zwanghaft versuchen, in „Allem“ der Beste zu sein. Nutze dein Talent, mach das Beste draus. Und du schaffst den Weg in die Profiliga. Dein Weg ist dir sowieso vorherbestimmt. Ganz Kleiner Wermutstropfen: die kleinsten/ jüngsten Betrachter sind mit dieser sich im Laufe der Handlung entwickelnden Message bzw. Prämisse überfordert. Und benötigen die Hilfe der Erwachsenen zum Verständnis. Dies wird jedoch durch den der „Monster-Uni“ anhaftenden „Harry-Potter-Hogwarts-Studien-Charme“ aber schnell wieder wettgemacht.

Die „Monster-Uni“ funktioniert als Retrospektive, offenbart sich als Quintessenz des bisher sehr guten und mal weniger guten Schaffens aus der Feder John Lasseters. Diese bietet also ein erstklassiges Nostalgiegefühl. Um es mit der erstarkten Konkurrenz in Form von beispielsweise „Dream Works Pictures“ in Zukunft wieder aufnehmen und diese sogar wieder abhängen zu können, sind in Zukunft ganz neue Helden und die stets innovativsten Geschichten im Animationsgenre erforderlich.

  

 

 



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INHALT

Mike Glotzkowski und James P. "Sulley" Sullivan waren nicht immer die besten Freunde, auch wenn man das am Anfang gar nicht glauben kann. Doch bevor die beiden zu den besten Arbeitern und Freunden der Monster AG wurden, mussten sie sich erst einmal durch den harten Monster-Uni-Alltag kämpfen. Denn wer etwas von sich hält und es unter den Erschreckern zu etwas bringen will, muss auf die Uni gehen. Und dort konnten sich die beiden zu Beginn gar nicht leiden. Denn auf der Uni verfolgen sie das gleiche Ziel und sind daher Konkurrenten: jeder wünscht sich, der größte Erschrecker von ganz Monstropolis zu werden. Jedoch sehen auch sie mit der Zeit ein, dass Team-Arbeit und Hilfe untereinander viel mehr wert ist, als egoistischer Starrsinn. Und so ist der Weg frei, für das beste Dreamteam auf der ganzen Uni.
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