KRITIK

Dickste Freunde

Dickste Freunde Gerade einmal zwei Jahre sind vergangen, seitdem Hollywood-Regisseur Ron Howard sein Publikum in ILLUMINTATI durch die Gassen von Rom hetzte. Beim Publikum kam die Romanverfilmung mit Tom Hanks sehr gut an, bei der Kritik jedoch weniger. Und so viel vorweg: Viel gelernt hat der Hollywood-Regisseur offensichtlich seit der Adaption von Dan Browns mystischer Schnitzeljagd nicht.

Seinem neuesten Werk, „The Dilemma“ liegt eines jener Konzepte zugrunde, deren Verfallsdatum schon vor über zwanzig Jahren abgelaufen war, das nichtsdestotrotz aber wieder eine steigende Präsenz in den Kinosälen für sich verzeichnen kann: Im Mittelpunkt von Howards neustem Werk stehen die Probleme jener Menschen, die eigentlich keine Probleme haben: Das durch reine Omnipräsenz zu crowd-pleasern avancierte Duo aus Kevin James und Vince Vaughn darf hier ungehemmt den Prototyp des Mittelklasse-Typen geben, Ambivalenzen kennt das Script in ihrer Charakterzeichnung ebenso wenig, wie die beiden grimassierenden Knallchargen die Bedeutung von zurückhaltendem Schauspiel.

Prägnant und doch inhaltlich erschöpfend zusammengefasst, ist „The Dilemma“ einer jener Filme, in denen verwegener Radio-Rock aus den Lautsprechern des Cabrios dröhnt, während man an der Skyline Chicagos vorbeifährt, und sich via iPhone über die Beziehungsprobleme seines Mikrokosmos den Kopf zerbricht.

Jede satirische Distanz, die sich als originärer Zugang angeboten hätte, scheint der Komödie dabei völlig fremd, vielmehr sollen die Figuren als genretypische Identifikationsfiguren funktionieren. Etwas was bei der archaischen Attitüde, die „The Dilemma“ penetrant propagiert, nicht jedem Zuschauer leicht fallen dürfte: Cast und Werk haben sich nichts geringerem, als der Verklärung einer fahlen Männerfreundschaft als Archetyp menschlichen Zusammenlebens verschrieben. Es ist ein Gesellschaftsentwurf, in dem ein Faustkampf als die ehrlichste aller Problemlösungen erachtet wird, und Frauen nahezu folgerichtig nur als intriganter Ausgangspunkt von Vertrauenserosionen, oder als verständnisvolle Kumpeltypen auftauchen – für zwingend notwendig, daran lässt das Drehbuch aber keinen Zweifel, erachtet man(n) sie in keinem von beiden Fällen.

Würde die Komödie sich nicht an den unpassendsten Stellen so ernst nehmen; fast könnte man den Bau eines überlauten Sportwagen-Motors als McGuffin für eine selbstironische Randnotiz halten, so ist es letztendlich nur der Offenbarungseid.

Dass in Ron Howard kein subtiles Genius zu schlummern scheint, ist ein Zustand, an den man sich im Laufe der Jahre gewöhnt hat. Der komplett inkohärente Tonfall von THE DILEMMA erscheint aber selbst bei gesenkter Erwartungshaltung überraschend: Die wenigen ruhigen Momente, die so etwas wie Komplexität heucheln, werden durch zunehmend redundanter wirkende Prügeleien und visuelle Gimmicks unterbrochen; nachdenkliche Dialoge verkommen innerhalb kürzester Zeit zur infantilen Aneinanderreihung von Sportmetaphern und Zweideutigkeiten. Anfängerfehler von einem Regisseur, dessen Œuvre sich schon über viele Jahrzehnte erstreckt.

Trotz seiner unbestritten qualitativen Mängel wird THE DILEMMA mit großer Wahrscheinlichkeit sein Publikum finden. Das Zelebrieren und Zementieren der Träume großer Jungs findet nicht erst seit HANGOVER wieder vermehrt Anhänger. Aber von einer guten Komödie, oder gar gelungenem Kino, ist der Film weit entfernt.



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INHALT

Seit Schulzeiten sind Ronny und Nick beste Freunde. Fieberhaft arbeiten sie daran, mit einem gemeinsamen Arbeitsprojekt das große Los zu ziehen, und bereiten eine Präsentation vor. Zufällig wird Ronny Zeuge, wie Nicks Ehefrau Geneva einen viel jüngeren Mann heimlich trifft und küsst. Ronny weiß nicht, wie er reagieren soll. Um nichts falsch zu machen, betätigt er sich als Hobbydetektiv und gerät in eine haarsträubende Situation nach der anderen. Und je näher die gemeinsame Präsentation rückt, desto mehr entdeckt er, dass auch Nick ein paar Geheimnisse hat.
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Eure Kritiken zu Dickste Freunde

  1. Irmi

    Zum davonlaufen, Dialoge planlos, keine richtige Handlung und schon gar nicht komisch. Wir haben
    mit Mühe den ganzen Film überstanden9

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