KRITIK

Diana

Bild (c) Concorde Filmverleih

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Ein Spielfilm mit dem Titel „Diana“ weckt Erwartungen. Ist „Diana“ für die Prinzessin von Wales das, was „Ray“ für Ray Charles war – eine cineastische Lebensbeschreibung? Antwort: Nein! „Diana“ ist kein Biopic, sondern ein Liebesfilm. Eine Romanze über das Liebesleben von Diana Spencer. Ein Film, der sich auf Dianas letzte zwei Jahre konzen­triert, auf ihre (dem ungesicherten Vernehmen nach) größte Liebe zum pakistanischen Herzchirurgen Hasnat Khan.

Den trifft Diana per Zufall in einem Krankenhaus, und bald schon folgt der Film mit der inszenatorischen Flatterhaftigkeit einer TV-Komödie aus der „Männer sind wie Schokolade“-Liga dem allmählichen Aufblühen der Herzensprinzessin und ihrem Ausbruch aus dem goldenen Käfig. Der Film setzt nach ihrer Trennung von Charles ein und beschreibt die zaghafte Wandlung vom Spielball der Medien zur selbstbewussten Berühmtheit, die die Medien für ihre karitativen Zwecke zu instrumentalisieren lernt.

Die Tragik, die darin liegt, dass sie dann doch während einer Flucht vor Paparazzi ihr Leben lassen muss, interessiert den Film freilich ebenso wenig wie die königliche Familie oder gar die Liebe zum Geschäftsmann Dodi Al-Fayed (hier nur eine Randfigur). Stattdessen: erste Liebe und erster Frust mit Khan. Naomi Watts gelingt es durchaus, aus der in Stein gehauenen Ikone einen lebendigen Menschen zu formen, sie hat aber ebenso mit den bleiernen Groschenheftdialogen zu kämpfen wie der glutäugige Naveen Andrews („Lost“) als Khan. Regisseur Oliver Hirschbiegel, seit seinem Führerbunker-Hit „Der Untergang“ glücklos, erlitt mit diesem Film in England und Amerika böse Schiffbruch. Das ist ein wenig ungerecht, schließlich kommen allmonatlich weitaus fürchterlichere Romanzen ins Kino. Doch mehr als ein mäßiger Liebesfilm ist „Diana“ auch nicht. Zu unausgewogen wirkt der ganze Film – und das ist angesichts seines viel zu viel versprechenden Titels zu wenig.

 

 



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Eure Kritiken zu Diana

  1. Jan Kliemann

    Sehr schade, dass der Film fast durchgängig so schlechte Kritiken bekommt. Ich hatte mich doch ein bisschen gefreut. Ich denke aber, dass ich ihn mir trotzdem ansehen werde. Schon allein aus filmmusikalischen Aspekten.

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