KRITIK

Dead or Alive

Dead or Alive Einem gepflegten Klischee zufolge sind Computer-Prügelspiele hirnlos und jugendverderbend. Was zeigt, dass manches Klischee schlicht aus der gehäuften Beobachtung von Fakten entstanden ist. Noch kein junger Mensch dürfte klüger davon geworden sein, vor dem Bildschirm zu sitzen und die Fäuste grunzender Action-Figuren zu dirigieren. Eigentlich gibt es nur eine Sache, die noch überflüssiger erscheint als solch gepixelt-virtuelles Kräftemessen – und das ist die Verfilmung davon.

Leider aber knüpft an die unselige „Streetfighter“-Tradition nun auch der Hongkong-Regisseur Corey Yuen („Yes, Madam“) an, der zwar im Martial-Arts-Genre seine Meriten hat, hier jedoch mit dem Esprit und der Erzähllust eines Hinterzimmer-Hardcore-Filmers zu Werke geht. Was nicht weit hergeholt ist, denn Yuen filmt die auf dem Videogame „Dead or Alive“ basierenden Abenteuer eines überaus biegsamen Bikini-Miezen-Trios tatsächlich in der Ästhetik eines Pirelli-Softporno-Kalenders für den Mechaniker-Spind.

Es ist eine Welt, die eigentlich nur aus Hintern in Großaufnahme besteht – was ja nicht schlimm ist, bloß auf die Dauer langweilig. In einer Art Handlung drumherum treten die Prinzessin Kasumi, die Catcherin Christie und die Profidiebin Tina zu einem hoch dotierten Kampf-Turnier auf einer idyllischen Südsee-Insel an, einem Robinson-Club für das Extremsport-Prekariat.

Die Gesetze der Schwerkraft gelten hier wenig, die der Logik sowieso nichts. Wenn nicht gerade irgendeine leicht bekleidete Schauspielerin hundert Meter durch die Luft fliegt, werden in zähen Zeitlupen-Szenen ein paar abartig muskelbepackte Prügelknaben von den schlagfertigen Damen abserviert, was man aber nicht für einen Ausdruck emanzipatorischen Fortschritts seit Jean-Claude van Dammes Tagen halten sollte, allenfalls ist es Beweis der Gleichberechtigung: Auch Frauen steht es offen, sich in blöden Action-Rollen zu blamieren.

Keine Spur von der sanften Selbstironie, die „3 Engel für Charlie“ noch erträglich machte, bloß Bikini-Overkill.



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INHALT

Tina, Christie, Prinzessin Kasumi und Helena gehören zur Elite der asiatischen Kampfsportkunst. Dabei überzeugen sie ihre vornehmlich männlichen Kollegen nicht nur mit ihrer sexy Erscheinung, sondern vor allem mit ihrer extremen Durchschlagskraft. Eines Tages erhalten alle vier auf mysteriöse Weise eine Einladung zum Dead or Alive-Turnier, dem härtesten Kampfsportturnier der Welt, das mit 10 Mio. Dollar dotiert ist.
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